XlIV. Grab-schrifft/ der Jungfrawschafft/ auff A. R. Hochzeit

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Andreas Gryphius: XlIV. Grab-schrifft/ der Jungfrawschafft/ auff A. R. Hochzeit (1650)

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Das an sich selbst nichts ist/ vnd ander herlich macht:
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Das man vor köstlich schätzt/ vnd niemand doch be-
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schawet;
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Das baldt verlohren wirdt/ in dem es wirdt vertrawet
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Das/ wenn es einmal hin nicht mehr wirdt wiederbracht:

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Das/ wer es krigt nicht hat/ vnd doch für trefflich acht.
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Das häuser wenn es fält vnd gantze Länder bawet.
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Ob gleich für dessen fall den zarten
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Ist ohne schwerdt/ im kampf erlegt vergangne nacht.

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Das keinen leib nicht hat/ vnd doch durch grimme wunden
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Jm schweis vnd blut verschmacht: wirdt nun es ist gefunden
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Mit threnen/ voll von lust ins sanffte grab versetzt/

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Aus dem es wieder blüht.
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Die wolten es wol auch nach gleicher art vergraben
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Ob wol sein vntergang (sagt ob es wahr) verletzt.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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