IiI

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Georg Herwegh: IiI (1841)

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Was er geschaffen, ist ein Edelstein,
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D'rin blitzen Strahlen für die Ewigkeit;
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Doch hätt' er uns ein Leitstern sollen sein
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In dieser halben, irrgeword'nen Zeit,
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In dieser Zeit, so wetterschwül und bang,
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Die noch im Ohr der Kindheit Glockenklang,
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Und mit der Hand schon nach dem Schwerte zittert,
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Zur Hälfte tot, zur Hälfte neugeboren,
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Gleich einer Pflanze, die den Frühling wittert
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Und ihre alten Blätter nicht verloren.
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Er hätte — aber gönnt ihm seine Ruh!
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Die Augen fielen einem Müden zu;
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Doch hat er, funkelnd in Begeisterung,
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Vom Himmelslichte trunken, sie geschlossen,
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Der Dichtung Quelle hat sich voll und jung
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Noch in den stillen Ocean ergossen.
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Und eine Braut nahm ihn der andern ab;
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Vor
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Die
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Und legt sich bis zum jüngsten Tag daneben.
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Auch nicht
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Zwei Pfeiler unsrer Kirche stürzten ein;
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Erst als den freisten Mann die Gruft empfangen,
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Senkt man auch Büchner in den Totenschrein.
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Büchner und Börne! — Deutsche Dioskuren,
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Weh', daß der Lorber nicht auf deutschen Fluren
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Für solch geweihte Häubter wachsen darf!
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Der Wind im Norden weht noch rauh und scharf,
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Der Lorber will im Treibhaus nur gedeihen,
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Ein freier Mann holt sich ihn aus dem Freien!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Herwegh
(18171875)

* 31.05.1817 in Stuttgart, † 07.04.1875 in Lichtental

männlich, geb. Herwegh

revolutionärer deutsch-schweizerischer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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