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Gleich Rosenhauch auf einer Jungfrau Wangen
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Seh' ich den Abend im Gebirge prangen,
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Im zarten Dufte glühen sie vor mir
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Die Gletscher, denen treu die Sonne hier
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Ihr erstes und ihr letztes Lächeln zeigt,
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Und aus den Flammen wie ein Phönix steigt
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Der Mond mit silberstrahlendem Gefieder,
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In jede Woge taucht sein Bildniß nieder,
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Ob stumm sie ruht, ob leuchtend sie sich bricht,
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Sie wird verklärt und er vergißt sie nicht;
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So mag der Geist der Welt in unser Denken,
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In jede Blüte, jede Brust sich senken.
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Dem Mond streut still mit schmeichelnder Geberde
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Goldwölkchen auf die Bahn des Abends Wehn
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Gleich Blumen, doch nicht Blumen dieser Erde,
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Die welken müssen, ehe sie vergehn;
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Dort in den Nachen wirft mit kalter Hand
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Sein letztes Gold, das herbstlich gelbe Land,
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Und meine Seele sieht in süßer Ruh
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Der Perlen Träufeln von den Rudern zu,
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Wie sie von Ringen hin zu Ringen tönen,
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Ein fliegendes Symbol der Ewigkeit,
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Und endlich sich, von jeder Form befreit,
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Gestaltlos mit dem Element versöhnen.
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O Geist, der über diesen Wassern lebt,
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Der hier aus diesen kühlen Gründen thaut,
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Der aus der Tiefe Himmel wiederblaut,
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Du Geist des Friedens, der mich jetzt umschwebt,
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Der sich den Aether maßlos läßt entfalten,
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Der Erde stillen Drang zum Lenz gestalten —
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So liebend beut die Luft des Vogels Schwingen,
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Der Harfe Ton, um d'rin sich auszuklingen —
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Was hast Du uns um diesen Stern betrogen,
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Und, eh' es tagen wollte, uns entzogen
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Den Genius, der Dir so rein verwandt,
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Sich in Dein All, wie Hauch in Hauch empfand,
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D'rein wie in einer Blume Kelch sich senkte,
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Und d'raus ein Herz, so gottesdurstig, tränkte?
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Du hast ein Auge der Natur genommen,
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Das ihr in ihre tiefste Seele sah,
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Um einen Beter bist Du selbst gekommen —
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Um einen Beter? ei, so staunet, ja!
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Um keinen Beter, ruhig, sicher, still, —
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Die Flamme bebt, wenn sie nach oben will!
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Um keinen Beter — nein, um keinen Wurm —
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Es tobt das Meer und lobt den Herrn im Sturm!
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Der Blumen schönste brauchet einen Dorn,
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Ein edles Herz zu Schutz und Trutz den Zorn;
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Manch heiß Gebet hüllt sich in einen Fluch,
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Wie unsre Hoffnung in das Leichentuch.