Strophen aus der Fremde

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Georg Herwegh: Strophen aus der Fremde (1841)

1
Ich möchte hingehn wie das Abendrot
2
Und wie der Tag mit seinen letzten Gluten —
3
O leichter, sanfter, ungefühlter Tod! —
4
Mich in den Schoos des Ewigen verbluten.

5
Ich möchte hingehn wie der heitre Stern,
6
Im vollsten Glanz, in ungeschwächtem Blinken;
7
So stille und so schmerzlos möchte gern
8
Ich in des Himmels blaue Tiefen sinken.

9
Ich möchte hingehn wie der Blume Duft,
10
Der freudig sich dem schönen Kelch entringet
11
Und auf dem Fittig blütenschwangrer Luft
12
Als Weihrauch auf des Herren Altar schwinget.

13
Ich möchte hingehn wie der Thau im Thal,
14
Wenn durstig ihm des Morgens Feuer winken;
15
O wollte Gott, wie ihn der Sonnenstrahl,
16
Auch meine lebensmüde Seele trinken!

17
Ich möchte hingehn wie der bange Ton,
18
Der aus den Saiten einer Harfe dringet,
19
Und, kaum dem irdischen Metall entflohn,
20
Ein Wohllaut in des Schöpfers Brust verklinget.

21
Du wirst nicht hingehn wie das Abendrot,
22
Du wirst nicht stille wie der Stern versinken,
23
Du stirbst nicht einer Blume leichten Tod,
24
Kein Morgenstrahl wird Deine Seele trinken.

25
Wohl wirst Du hingehn, hingehn ohne Spur,
26
Doch wird das Elend Deine Kraft erst schwächen,
27
Sanft stirbt es einzig sich in der Natur,
28
Das arme Menschenherz muß stückweis brechen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Herwegh
(18171875)

* 31.05.1817 in Stuttgart, † 07.04.1875 in Lichtental

männlich, geb. Herwegh

revolutionärer deutsch-schweizerischer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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