XxIX. An Jolinden

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Andreas Gryphius: XxIX. An Jolinden (1650)

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Was habt jhr das jhr mögt an euch ewr eigen nennen!
2
Die schminck ists die euch so bluttrotte Lippen macht:
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Die Zähne sindt durch kunst in leeren
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Man weis das

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Ewr eingekanftes Haar kan auch ein Kind’ erkennen.
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Der schlimme
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Vnd die polirte Stirn wird billich außgelacht
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Wenn sich der Salben Eys will bey den runtzeln trennen.

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Gemahlte/ sagt mir doch wer seidt jhr/ vnd wie alt?
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Jhr meyn ich/ sechzehn jahr/ drey
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Jhr seidt von Haus’ vnd sie ist vber See ankommen.

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Jhr schätzt euch trefflich hoch/ vmbsonst! der Maler hat
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Noch für ein schöner bild/ das feil war in der stadt

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Vnd länger bleibt/ denn jhr/ drey Kronen nur genommen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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