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Wo auf Sankt Bernhards Mitte recht
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Die Zinnen streckt der Felsenbau,
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In seiner Trümmer Irrgeflecht
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Ein Thal sich lagert, eng und rauh.
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Da harrt es nun in ew'gem Lauschen,
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Nicht Vogelsang, nicht Blätterrauschen,
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Nein, wie die Stürme Seufzer tauschen.
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Inmitten schwärzlich ruht der See,
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Der des verlornen Strahles Weh
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Gefesselt hält in seinen Flächen,
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So dort gleich dem Gefangnen liegt,
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Sich angstvoll an die Decke schmiegt,
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Den glas'gen Kerker zu durchbrechen.
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Und nah dem unwirthbaren Strand
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Das Hospital steigt in die Höh'
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So schlicht wie eine Klippenwand,
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Der Wandrer unterscheidet's nicht.
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Nur wenn ein Klang die Stille bricht,
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Vom Hochaltar das ew'ge Licht
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Wenn's durch die Nacht den blassen Schein
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Wirft in das Schneegefild' hinein,
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Lenkt er zur Schwelle seinen Schritt,
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Der wahrlich sonst vorüber glitt.
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Denn in der Dämmrung ungestalt
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Erscheint es wie ein Felsengrat
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Rings eingekerbt von weitem Spalt.
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Doch jetzt ein Flockennebel kraus
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Löscht duftig alle Formen aus.
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Die Schneenacht dieser ew'gen Wüste,
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Als ob sie nimmer enden müßte,
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So dicht die Mauern hält umrungen,
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In jede Zelle ist gedrungen.
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Auf allen Wimpern liegt der Mohn,
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Und nur des Schlafes tiefer Ton,
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Wie er bejahrter Brust entsteigt,
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Gespenstig durch die Gänge schleicht.
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Ein Augenpaar noch offen steht.
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Nachlässig, in verklommten Händen,
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Der Mönch des Glockenstranges Enden,
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Sich auf und nieder windend, dreht.
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Ermüdung kämpft in seinen Zügen,
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Die Nacht ist streng, der Dienst ist schwer.
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Wie die Gedanken abwärts fliegen,
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Er wirft den düstern Blick umher,
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Zumeist sein Auge ist gericht't
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Doch immer auf den Estrichgrund,
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Wo ew'ger Lampe schlummernd Licht
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Geträumet hat ein mattes Rund.
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In dieser todten Einsamkeit
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Der Bruder sich des Schimmers freut.
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Er weiß es selbst nicht wie ihm ist,
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So öd', so öd' zu dieser Frist.
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Das Dunkel, das im Bethaus waltet,
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Der leeren Bänke Reih'n, ein Bild,
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Das scheinbar aus der Nische quillt,
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Und von der Decke hochgestaltet,
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Manch' grauer Heil'ger zürnend schaut.
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Zudem — das Eis an Wänden hängt,
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Vom Glockenstuhl ein Luftzug drängt,
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Wie endlos Bommeln über'm Haupt
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Schier die Geduld dem Bruder raubt.
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Ob denn die Stunde nimmer endet?
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Doch still! die Klosteruhr sich wendet:
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Eins — zwei — und drei — das Echo dröhnt,
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Und auch der Mönch die Glieder dehnt.
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Er läßt den Strang, im Spähn verloren,
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Ihm summt's noch immer vor den Ohren.
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Nun knarren Thüren, schlurfen Tritte,
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Ein Lichtstrahl durch die Ritze gleitet;
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Dann, haltend vor des Auges Mitte
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Sein Lämpchen in gebräunter Hand,
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Hervor Denis der Alte schreitet.
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Längst vom Gesetz dem Dienst entbunden
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Hat er sich nimmer drein gefunden,
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Ein eifervoller Gottesknecht,
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Behauptend seiner Pflichten Recht.
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Grau ist sein Haar wie sein Gewand,
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Und da er bleibt am Pförtchen stehn
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Den Finger mahnend aufgehoben,
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Du meinst den Alpengeist zu sehn.
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Mein junger rüstiger Gesell,
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Ermattest du im Dienst so schnell?“
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Der Bruder läßig faßt den Strang
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Und läßt sogleich ihn wieder fallen;
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„dem Vater wird die Zeit wohl lang;
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Ihr seyd der Rüstigste von Allen.“
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Dann steht er, streicht mit flacher Hand
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Die Falten von der Stirne Rand:
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„nehmt's, Vater, heut nicht so genau,
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Die Nacht war gar zu wüst und rauh,
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Mir friert das Hirn am Schädel an.“
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„schlaf wohl!“ versetzt der alte Mann.
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Sein Lämpchen zündet Eleuth
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Zupft an dem Dochte mit Bedacht,
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Und nickt und murmelt drüber her:
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„hab' ich mich je dem Dienst entzogen,
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Wenn Schnee die Pässe gleich gemacht,
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Und jede alte Spur getrogen?
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Allein, was in der Jahre Lauf,
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Uns reibt am allermeisten auf,
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Dies Läuten, Läuten durch die Nacht,
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Wo nicht das Schneehuhn kommt hervor,
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Wo nicht der Uhu selber wacht,
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Wo auf dem Bernhard klimmt kein Thor;
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Und wir!“ Er hebt die Lamp' empor.
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An dem Gemäuer, überall,
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Steigt glitzernd auf der Eiskristall,
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Daß klar, wie in polirtem Stahl,
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Steht geisterhaft der kleine Strahl.
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„'S ist eben eine hies'ge Nacht,“
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Versetzt Denis, „doch kannst du sagen,
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Dich habe Trug hieher gebracht
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Zu Ruhe und bequemen Tagen?
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Daß Niemand in der Steppe wacht?
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Ich selbst hab' in Decembernacht
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Vor Zeiten diesen Weg gemacht.
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Ich macht' ihn, hab' ihn machen müssen,
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Und, rathlos am Montmort gebettet,
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Hat unser Glöckchen mich gerettet.
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So treibt die Noth“ — der Alte schweigt,
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Doch nieder auf den Strang sich beugt,
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Und angeschlagen mit Gewalt
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Das Glöckchen durch die Steppe schallt.
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Dann — „still! rief's meinen Namen nicht?“
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„nein, Vater.“ „Hast du nichts vernommen?“
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„ein Schnauben, Scharren?“ Jener spricht:
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„ist's möglich! unsre Hunde kommen.“
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„still! Bruder, still!“ — Man horcht auf's neu;
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Ein leises Winseln schleicht herbei
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Vom Klosterthor, ein Stoßen, Kratzen,
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Ein Rütteln wie mit schweren Tatzen.
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Schau, was der Barry uns gebracht!“
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Denis, gebannt am Glockenstrang,
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Doch immer schaut den Weg entlang.
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Nun nahen Tritte, ja gewiß —
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Die Gänge tappt's hinauf — allein
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Ein Hund scheint's und ein Mensch zu seyn.
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Das Pförtchen öffnet sich. „Denis!“
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Das gute kluge treue Thier!“
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Und nach ihm, schwer ermüdet, wankt
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Der große Hund in die Kapelle;
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Er dreht die Augen rings, er schwankt,
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Ihm hängt das Eis vom zott'gen Felle,
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Auf seinem Rücken liegt ein Kind,
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Ein armes Knäbchen, schier erfroren:
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Voll Reifen seine Löckchen sind;
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Die Hände hat es eingeklemmt
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In seines Trägers rauhe Ohren,
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Mit schwachen Beinchen sich gestemmt
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Um Barry's Leib: in Angst verloren
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Wagt's nicht zu schrein, nur allgemach
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Ein Thränchen rinnt dem andern nach.
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„o Barry, brav!“ der Bruder hebt
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Das Kind empor, das schaudert, bebt,
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Sich immer noch nicht fassen kann,
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Die kalten Händchen nun und dann
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An sein geblendet Auge hebt,
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Und von dem wunderlichen Mann,
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Der, fort es tragend kos't und schilt,
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Sich angstvoll loszuwinden strebt.
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Hart nebenher, das Ebenbild
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Des Mönches schier, die Dogge trabt,
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Mit gleicher Einsicht fast begabt,
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Der auch den Knaben will ergötzen,
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Glutäugig, mit gehobnem Haupt
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Gar liebreich in die Höhe schnaubt,
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Und tummelt sich in wüsten Sätzen;
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Peitscht mit dem Schweif, steigt gähnend auf,
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Streckt seine breite Tatze auf
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Bis an das Kind, das vor Entsetzen
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Beginnt zu schrei'n, der Hund zu bellen:
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Die Fenster klirren, alle Zellen
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Beleben sich, und vorgeduckt
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Aus jeder Thür ein Mönchlein guckt.
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Und wie das Knäbchen sie erschau'n,
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Das Kindchen unter ihrem Dache,
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Da ist's, als ob die Sonne, traun!
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Auf jedem Angesicht erwache.
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Und alle eilen, wie bethört,
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Ihm irgend Gutes zuzufügen;
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Auf die Geschichte keiner hört.
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Das ist das heilige Vergnügen,
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Das ist die unverstandne Macht,
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So über Kindes Leben wacht!
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Die Glieder rührt, ob sie auch schwellen,
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Die Schuh ihm von den Füßchen zieht,
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Und heimlich, an der Zellenwand,
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Ein alterschwacher Mönch sich müht
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Den kleinen Korb herabzustellen,
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Darin nach seiner thör'gen Art
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Er gute Bissen aufgespart.
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Dem Pater Koch nicht schnell genug
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Das Reisig will die Flamme zollen.
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Dort Einer bringt ein warmes Tuch;
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Doch — horch! die Gitterpforten rollen. —
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„der Prior!“ läuft's von Mund zu Mund.
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Mit freud'gem Funkeln lauscht der Hund,
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Die Mönche mit den Brüdern schelten
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Und lassen sie den Lärm entgelten;
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Zur Zelle ein Noviz sich schleicht.
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Der Prior naht, gesetzt, doch leicht.
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Der schlanken Gemse tödlich waren,
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Als auf dem Montblanc diese Hand
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Vergebens nie den Schuß entsandt.
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Und der Gewohnheit zähes Band
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Verräth sich noch bei grauen Haaren;
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Ja, dieser blauen Augen Blitz
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Scheint noch zu spähn des Geiers Sitz;
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Den Stab er in der Mitte faßt,
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Wie einst der Doppelbüchse Last.
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Fürwahr! als einst, gedankenschwer,
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Berathend in der Brüder Kreis
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Er zum Brevier griff ungefähr,
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Sah man das heil'ge Buch ihn schütteln,
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Wie's Pulverhorn die Jäger rütteln.
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So leis' und fest die Schritte greifen.
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Nun, redend, an des Gurtes Strang
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Die Sehne scheint er noch zu streifen.
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„was, Brüder, zaudert ihr so lang?
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Der Barry hat das Kind gebracht,
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Allein wer nahm das Kind in Acht?
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Wo ist der Mann, wo ist die Frau,
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So auf den Bernhard es getragen?
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Seyd Väter ihr umsonst so grau?
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Muß euch des Hundes Witz verklagen?
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Seht, wie das arme Thier sich müht,
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Euch eure Pflichten anzusagen,
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Wie's den Eugene am Kleide zieht!
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Ja, Barry, solche Lässigkeit
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Erfährst zum ersten Mal du heut!“