Der Graue

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Annette von Droste-Hülshoff: Der Graue (1844)

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Im Walde steht die kleine Burg,
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Aus rohem Quaderstein gefugt,
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Mit Schart' und Fensterlein, wodurch
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Der Doppelhaken einst gelugt;
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Am Teiche rauscht des Rohres Speer,
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Die Brücke wiegt und knarrt im Sturm,
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Und in des Hofes Mitte, schwer,
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Plump wie ein Mörser, steht der Thurm.

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Da siehst du jetzt umher gestellt
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Manch' feuerrothes Ziegeldach,
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Und wie der Stempel steigt und fällt,
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So pfeift die Dampfmaschine nach;
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Es knackt die Form, der Bogen schrillt,
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Es dunstet Scheidewassers Näh',
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Und über'm grauen Wappenschild
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Liest man:

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Doch wie der Kessel quillt und schäumt,
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Den Brüß'ler Kaufherrn freut es kaum,
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Der hatte einmal sich geträumt
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Von Land und Luft den feinsten Traum;
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Das war so recht ein Fleckchen, sich
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Zu retten aus der Zahlen Haft!
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Nicht groß, und doch ganz adelich,
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Und brauchte wenig Dienerschaft.

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Doch eine Nacht nur macht er sich
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Bequem es — oder unbequem —
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In seinem Schlößchen, und er strich
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Nur wie ein Vogel dran seitdem.
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Sah dann er zu den Fenstern auf,
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Verschlossen wie die Sakristei'n,
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So zog er wohl die Schultern auf,
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Mit einem Seufzer, oder zwei'n.

(Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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