Die Schmiede

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Annette von Droste-Hülshoff: Die Schmiede (1844)

1
Wie kann der alte Aepfelbaum
2
So lockre Früchte tragen,
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Wo Mistelbüsch' und Mooses Flaum
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Aus jeder Ritze ragen?

5
Halb todt, halb lebend, wie ein Prinz
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In einem Ammenmährchen,
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Die eine Seite voll Gespinns,
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Wurmfraß und Flockenhäärchen,

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Langt mit der andern, üppig roth,
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Er in die Funkenreigen,
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Die knatternd aus der Schmiede Schlot
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Wie Sternraketen steigen;

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Ein zweiter Scävola hält Jahr
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Auf Jahr er seine Rechte
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Der Glut entgegen, die kein Haar
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Zu sengen sich erfrechte.

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Und drunten geht es Pink und Pank,
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Man hört die Flamme pfeifen,
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Es keucht der Balg aus hohler Flank'
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Und bildet Aschenstreifen;

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Die Kohle knallt und drüber dicht,
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Mit Augen wie Pyropen,
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Beugt sich das grimmige Gesicht
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Des rußigen Cyklopen.

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Er hält das Eisen in die Glut
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Wie eine arme Seele,
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Es knackt und spritzet Funkenblut
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Und dunstet blaue Schwehle.

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Dann auf dem Ambos, Schlag an Schlag,
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Läßt es sein Weh erklingen,
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Bis nun gekrümmt in Zorn und Schmach
32
Es kreucht zu Hufes Ringen.

(Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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