An Elise

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Annette von Droste-Hülshoff: An Elise (1844)

1
Du weißt es lange wohl wie werth du mir,
2
Was sollt' ich es nicht froh und offen tragen
3
Ein Lieben, das so frischer Ranken Zier
4
Um meinen kranken Lebensbaum geschlagen?
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Und manchen Abend hab' ich nachgedacht,
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In leiser Stunde träumerischem Sinnen,
7
Wie deinen Morgen, meine nahnde Nacht
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Das Schicksal ließ aus Einer Urne rinnen.

9
Zu alt zur Zwillingsschwester, möchte ich
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Mein Töchterchen dich nennen, meinen Sprossen,
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Mir ist, als ob mein fliehend Leben sich,
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Mein rinnend Blut in deine Brust ergossen.
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Wo stammt im Herzen mir ein Opferheerd,
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Daß nicht der deine loderte daneben,
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Von gleichen Landes lieber Luft genährt,
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Von gleicher Freunde frommem Kreis umgeben?

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Und heut', am Sankt Elisabethentag,
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Vereinend uns mit gleichen Namens Banden,
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Schlug ich bedächtig im Kalender nach,
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Welch' Heilige am Taufborn uns gestanden;
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Da fand ich eine königliche Frau,
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Die ihre milde Segenshand gebreitet,
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Und eine Patriarchin, ernst und grau,
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Nur werth um Den, deß Wege sie bereitet.

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Fast war es mir, als ob dies Doppelbild
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Mit strengem Mahnen strebe uns zu trennen,
27
Als woll' es dir die Fürstin zart und mild,
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Mir nur die ernste Hüterin vergönnen;
29
Doch — lächle nicht — ich hab' mich abgekehrt,
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Bin fast verschämt zur Seite dir getreten;
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Nun wähle, Lieb, und die du dir bescheert,
32
Zu der will ich als meiner Heilgen beten.

(Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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