An ***

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Annette von Droste-Hülshoff: An *** (1844)

1
Kein Wort, und wär' es scharf wie Stahles Klinge,
2
Soll trennen, was in tausend Fäden Eins,
3
So mächtig kein Gedanke, daß er dringe
4
Vergällend in den Becher reinen Weins;
5
Das Leben ist so kurz, das Glück so selten,
6
So großes Kleinod, einmal sein statt gelten!

7
Hat das Geschick uns, wie in frevlem Witze,
8
Auf feindlich starre Pole gleich erhöht,
9
So wisse, dort, dort auf der Scheidung Spitze
10
Herrscht, König über Alle, der Magnet,
11
Nicht frägt er ob ihn Fels und Strom gefährde,
12
Ein Stral fährt mitten er durchs Herz der Erde.

13
Blick' in mein Auge — ist es nicht das deine,
14
Ist nicht mein Zürnen selber deinem gleich?
15
Du lächelst — und dein Lächeln ist das meine,
16
An gleicher Lust und gleichem Sinnen reich;
17
Worüber alle Lippen freundlich scherzen,
18
Wir fühlen Heilger es im eignen Herzen.

19
Pollux und Castor, — wechselnd Glühn und Bleichen,
20
Des Einen Licht geraubt dem Andern nur,
21
Und doch der allerfrömmsten Treue Zeichen. —
22
So reiche mir die Hand, mein Dioskur!
23
Und mag erneuern sich die holde Mythe,
24
Wo überm Helm die Zwillingsflamme glühte.

(Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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