Ein harter Wintertag

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Annette von Droste-Hülshoff: Ein harter Wintertag (1844)

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Daß ich dich so verkümmert seh',
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Mein lieb' lebend'ges Wasserreich,
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Daß ganz versteckt in Eis und Schnee
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Du siehst der plumpen Erde gleich;

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Auch daß voll Reif und Schollen hängt
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Dein überglas'ter Fichtengang:
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Das ist es nicht, was mich beengt,
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Geh' ich an deinem Bord entlang.

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Zwar in der immer grünen Zier
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Erschienst, o freundlich Element,
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Du ähnlich den Oasen mir,
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Die des Arabers Sehnsucht kennt;

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Wenn neben der verdorrten Flur
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Erblühten deine Moose noch,
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Wenn durch die schweigende Natur
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Erklangen deine Wellen doch.

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Allein auch heute wollt' ich gern
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Mich des krystallnen Flimmers freun,
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Belauschen jeden Farbenstern
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Und keinen Sommertag bereun:

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Wär' nicht dem Ufer längs, so breit,
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Die glatte Schlittenbahn gefegt,
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Worauf sich wohl zur Mittagszeit
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Gar manche rüst'ge Ferse regt.

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Bedenk' ich nun, wie manches Jahr
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Ich nimmer eine Eisbahn sah:
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Wohl wird mir's trüb' und wunderbar,
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Und tausend Bilder treten nah.

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Was blieb an Wünschen unerfüllt,
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Das nähm' ich noch gelassen mit:
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Doch ach, der Frost so manchen hüllt,
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Der einst so fröhlich drüber glitt!

(Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Annette von Droste-Hülshoff
(17971848)

* 10.01.1797 in Burg Hülshoff, † 24.05.1848 in Burg Meersburg

weiblich, geb. von Droste-Hülshoff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

deutsche Schriftstellerin und Komponistin

(Aus: Wikidata.org)

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