V. Vber deß Herrn Leiche. Bidermanni. Eheu! flebile funus

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Andreas Gryphius: V. Vber deß Herrn Leiche. Bidermanni. Eheu! flebile funus (1650)

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Ach weh! was seh' ich hier? ein auß gesträckte leichen.
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An der man von fuß auff nichts vnzerschlagen findt:
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Die Seit auß der das
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Die wangen so von schmertz in todes angft erbleichen.

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Wer hat dich so verletzt? Wer hat mit Geissel streichen
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Gewüttet auff diß fleisch? welch grimmes Tygerkind
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Hat hand hier angelegt/ als diese glieder find
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Mit Nägeln gantz durchbort?

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Der deine zarte
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Wer hat mein Bräutigamb mit Galle dich getränckt?
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Ach! diß hat deine Lieb vnd meine schuld verübet.

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Wen diese liebe nicht zu wiederliebe zwingt?
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Wem dieses Jammerbild nicht
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dringt?
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Verdint das er empfind was für vnd für betrübet.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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