Betrachtung des Schlafs, als eine Göttliche Wohlthat, bey dem 1728sten Jahres-Wechsel

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Barthold Heinrich Brockes: Betrachtung des Schlafs, als eine Göttliche Wohlthat, bey dem 1728sten Jahres-Wechsel (1730)

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Es lässet uns, von ihrem leichten Wesen,
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St. Augustin ein artig Gleichniß lesen:
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Wie, wenn man einen Wurm, den, wegen vieler Füsse
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Man Tausend-füsser nennt,
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In kleine Stücke theilet;
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Es recht verwunderlich, wie alles läufft und eilet,
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Wie jedes Stückgen flieht, bald hier, bald dahin rennt,
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Und doch nicht weiß, wohin. Denn alle sind
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Bis auf das erste Stück, woran der Kopff noch, blind.
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Indessen lauffen sie beständig hin und her,
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Als ob ein jedes Stück ein gantzes Würmgen wär:
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Dort rennet eins auf sechs, hier eins auf sieben Füssen,
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Wie sie der Zufall gab, und trägt am andern Ort
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Das Stückgen Leib und Seel, so sein ist, mit sich fort;
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Man siehet, sie sich fliehn, sich stossen und mit Hauffen
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Bald an-bald von einander lauffen.
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Nicht anders gehet es in unsrer Ruh
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Mit unsern Träumen zu:
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Scheint einer etwan erst manierlich, ordentlich,
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Gleich bricht er und zertheilet sich
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In tausend Grillen, welche fliegen,
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Sich sencken, sich begegnen, lauffen, stehn,
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Verworren durch einander gehn,
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So, daß nicht zwo geschickt sich wiederum zu fügen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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