Betrachtung des Schlafs, als eine Göttliche Wohlthat, bey dem 1728sten Jahres-Wechsel

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Barthold Heinrich Brockes: Betrachtung des Schlafs, als eine Göttliche Wohlthat, bey dem 1728sten Jahres-Wechsel (1730)

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Du fährst vielleicht noch fort, und wirffst mir ferner ein:
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„es könne sich ein Traum hierher durchaus nicht schicken,
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„als der ein Gegen-Satz der Würcklichkeit ja sey:
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So nenn’ es ein Gesicht, so nenn’ es ein Entzücken,
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Genung, daß allenfalls die Träume mancherley.
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Die Würcklichkeit, die du so starck begehrest,
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Ist etwas ohnedem, das dir gantz unbekannt.
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Was du nicht greiffen kannst, nicht schmeckest, siehst noch hörest,
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Hält dein von Vor-Urtheil verfinsterter Verstand
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So gut, als wär’ es nicht.
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Gerad, als könnten dich die Sinnen lehren,
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Gerad, als ob sie Richter wären
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Von wahrer Würcklichkeit: da doch die Seel allein,
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Von dem, was wesentlich, von einem wahren Seyn,
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Das, was man weiß, begreifft.
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Wie könnten Engel, Geister, Seelen,
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Als welchen ja die Sinne fehlen,
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Was würckliches empfinden und verstehn,
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Wenn sie die Würcklichkeit der Dinge, die geschehn,
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Nicht, als durch Sinnen nur, empfünden.
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Es würde, wenn sie sonst nicht fühlten und verstünden,
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Jhr’ eigne Würcklichkeit, zusammt der Würcklichkeit
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Der Dinge, in-und nach der Zeit,
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Nach unserem Begriff, verschwinden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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