Betrachtung des Schlafs, als eine Göttliche Wohlthat, bey dem 1728sten Jahres-Wechsel

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Barthold Heinrich Brockes: Betrachtung des Schlafs, als eine Göttliche Wohlthat, bey dem 1728sten Jahres-Wechsel (1730)

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In welch empfindliches Vergnügen kann uns nicht
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Ein angenehmer Traum versetzen!
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Kein würckliches Ergötzen
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Durchdringt die Seele so. Ein solches Freuden-Licht,
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Als wie uns offt im Traum bestrahlet,
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Bestrahlt uns wachend nie. Ein überirdisch Wesen
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Wird uns im Traum bisweilen vorgemahlet,
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Zumahl, wenn unser Leib durch Kranckheit abgezehrt
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Die zur Gesundheit dient, nun anfängt zu genesen,
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Und die Gefahr entweicht und aufgehört,
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Der Kranckheit-Wust verjagt, vertrieben, ausgeführt,
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Die Seele, da der Feind besieget, triumphiert.
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Hiedurch nun, da das Blut aufs neue circuliert;
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Wird Cörper, Seel und Geist aufs lieblichste gerührt,
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Und inniglich erfrischt, erquickt, ja fast verklärt:
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Es wird auf solche Art der Seelen
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Ein überschwengliches Vergnügen nimmer fehlen.
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Nur liegt es bloß daran; ein solches Träumen währt
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Nur gar zu kurtze Zeit.
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Des laugen Schlaffs, des Todes Traum hingegen,
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Wird nicht mehr Lieblichkeit und Würcklichkeit nur hegen;
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Nein, auch von länger Daur und seeliger noch seyn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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