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Man stelle sich doch einst die Welt und unser Leben,
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Als ohne Nacht, als sonder Ruhe, für.
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Welch elend Einerley würd’ alle Ding’ umgeben,
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Welch eckle Lange-Weil und Stunden würden wir,
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Bey einem steten Mittag, finden?
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Würd’ uns ein solches Lust-und Wechsel-loses Ein
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Richt unerträglich seyn?
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Nie wär’ es spath, nie früh,
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Nie wär’ ein Morgen-Gold an den Saphiernen Höhen,
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Kein lieblichs Abend-Roth am Horizont zu sehen.
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Man sähe nimmermehr, im Dunckeln,
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So vieler Sonnen Heer’ in hellen Sternen funckeln.
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Ein unaufhörliches Getöse würde nie,
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Durch eine sanfft’ und holde Stille,
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Wie itzt durch Nacht und Schlaf gemindert,
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Der Menschen Gram und Arbeit nie gelindert,
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Und kurtz, es würd’ uns auf der Erden
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Das Leben, sonder Schlaf, und Nacht, verdrüßlich werden.
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Wer diesen uns von GOTT geschenckten Schatz die Ruh,
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Nicht recht zu schätzen weiß; der hör’ einst denen zu,
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Für die das sanffte Kind der stillen Schatten flieht,
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Und ihnen bloß dadurch Gesundheit, Muth, Vergnügen,
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Ja offt Verstand und Witz entzieht:
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Wie sie auf ihren Bett’, als wie auf Dornen, liegen,
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Wie Unruh, Bitterkeit und Unzufriedenheit,
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Verwirrung, Grimm und Gram, Angst und Verdrüßlich-
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Ohn Aufschub sie bestürmt, sie wechselsweise plaget,
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Jhr Eingeweide kneipt, als wie ein Wurm sie naget,
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Und als ein Feur sie brennt. Es würckt ihr siedend Blut,
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Da es beständig wallt, gedrengt wird und gepresst,
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Daß, selber im Gehirn, der Seelen reine Gluht
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Gedämpfft, verstreu’t, sich kaum erkennen lässt,
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Und zu verleschen droht. Es ist fürwahr ein Jammer
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Der unbeschreiblich ist, es leidet Leib und Geist,
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Als die die Unruh beyd’ aus ihren Schrancken reisst:
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Daher, wenn alle Welt der süssen Ruh sich freuet,
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Ein solcher jede Nacht, als seinen Hencker, scheuet.
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Es wird ihr mürber Geist geplagt, verwirrt, geschreckt,
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Wenn ihn voll Phantasey ein träger Schlummer weckt,
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Der leicht und schwer zugleich.
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Zur Folter wird das Bett, zum Kercker seine Kammer,
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Wodurch ihm dann die gantze Welt,
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Und alles, was darinn, biß auf den Tod mißfällt,