1.

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Andreas Gryphius: 1. (1650)

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Süsses Kind/ der Vätter hoffen:
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Kind der Menschen Lösegeldt/
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Steht der Himmel nunmehr offen?
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Liefert
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Heyland wirst du nun gebohren
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Zu erlösen was verlohren?

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Den eh’ ewig angebrochen
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GoTT jhm ewig gleich gebahr:
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Wortt das GOTT hat außgesprochen
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Das im anfang war/ vnd wahr;
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GoTT das
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Wunder! GOtt soll

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Heiligkeit der höchsten Gütte!
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Ach! verläst du deinen Thron!
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Wie entsetzt sich mein Gemütte!
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Wird GOtt eines Menschen Sohn?
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Den nichts was er schuff kan schlissen:
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Kan die zarte Jungfer küssen.

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Ach! Er komm’t/ er wird gebohren
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Weil der bleiche Monden wacht
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Vor dem Liecht sein Liecht verlohren/
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Kommt verhüll’t mit schwartzer Nacht.
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Den viel tausend Jahr begehret:
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Wird eh’ als man meynt beschehret.

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Doch er wird/ den alle kennen
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Nicht von seinem Volck’ erkannt.
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Der die Welt sein Hauß kan nennen
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Wird in einen Stall verbannt/
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Der der Erden grund beweget
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Wird auff dürres Hew geleget.

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Dem der Donner zu gebotte
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Dem der Blitz zu dinste steht
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Der an Macht dem höchsten GOtte
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Alß an wesen gleiche geht
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Der was ist vnd ward/ gebawet
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Wird hier alß ein Kind geschawet.

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Kan der
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Kan die Jungfraw Mutter seyn
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Tritt diß Kind der Drachen Köpffe
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Vnd deß Sathans scheytel eyn?
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Wird die Weißheit selbst zum Kinde?
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Trägt die Vnschuld meine Sünde:

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Jrr' ich? nein! ich schaw den Himmel
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Selbst mit frewden schwanger gehn?
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Vnd mit jauchtzendem getümmel
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Tausend Engel vmb mich stehn!
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Engel/ die zu Ehren singen
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Dem der vnß wil Frieden bringen.

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Alles frolock’t! alles lachet!
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Nur mein hochbetrübtes Hertz;
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Das im jammer fe
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Das der Marter-volle Schmertz/
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Mit stets newen Geisseln plaget/
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Schmacht bey dieser Frewd vnd zaget.

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Augen/ die jhr alles sehet/
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Seht was meine Seele schätzt:
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Schawt wie mich der
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Schawt/ wie mich die Welt verletzt/
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Schaw’t wie mich die Nacht erschrecket
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Vnd mit trawrigkeit verdecket.

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Arm/ verlassen/ vnd alleine
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Fall i
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Vnd wen wunderts daß ich weyne?
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Ist mein Leben nicht voll müh?
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Könt ich wol die Thränen zwingen.
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Wenn du selbst sie must vor dringen.

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Wer die wollust trawrig schawet:
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Wer die Frewde klagen hört.
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Wenn für dem/ der
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Der sich selbst der Welt verehrt!
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Könnte man im Thal der zehren:
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Sich den Herber Angst erwehren.

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Doch dein weynen bringt zu wegen:
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Was allein ich wündschen soll.
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Daß sich meine
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Daß mir in vnd durch dich wol:
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Daß ich frey von leid vnd rewen:
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Mich mit dir werd' ewig frewen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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