1.

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Andreas Gryphius: 1. (1650)

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Ade ver fluchtes Threnen-Thaal!
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Du
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Du vnglücks
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Du Folter reiner Hertzen
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Ade mein Kercker bricht entzwey.
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Die Kette reißt/ mein Geist wird frey
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Die

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Wilkommen offt gewündschter Todt/
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Wo du ein Todt zunennen:
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Wilkommen süsser lebens Bott
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Wer kan die
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In die vnß GOTT durch dich einführt
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Den Schmuck mit welchem IESVS zihrt
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Die standhafft hier gerungen.

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Mein jrrdisch
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Der Nothstall meiner Seelen/
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Der Stock/ die Werckstatt herber pein/
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Die enge Marter höhlen
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Der werthe Schatz bleibt vnverletzt:
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Den wir/ ob schon der
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Dem Höchsten widerbringen.

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Die Erden schaw' ich vnter mir!
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Ist diß worumb wir kämpffen
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Mit Schwerd vnd flammen? Welche wir
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Mit Blutt vnd leichen dämpffen?
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Die Handvoll Graß/ diß Häufflin Sandt/
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Vmb welches Eitelkeit vnd Tandt/
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Vnd fluch vnd Laster dingen.

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Hilff G
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Alß zetter/ ach! vnd klagen.
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Alß eine bittre threnen See?
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Vnd Höllen grause plagen?
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Heist jhr diß leben die jhr lebt!
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Vnd zwischen furcht vnd leiden schwebt
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Die Angstvnd grimm verzehret.

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Dort fällt ein Reich das ander kracht.
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Vnd diß wird nicht gefunden.
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Dort schluckt die Erd' ein jhre pracht/
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Die dar in Rauch verschwunden.
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Was nicht der strenge Nord außlescht!
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Was nicht die stoltze Well’ abwäscht
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Wird durch sich selbst verkehret.

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Vnd mag noch jemand seyn/ der mich
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Mit zähren rufft zu rücke
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Denckt liebsten wo jhr vnd wo ich!

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Mißgönt man mir mein Glücke:
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Ich lach' jhr weynt! ich sieg jhr kriegt!
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Ich herrsch jhr dient/ ich steh’ jhr liegt
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Ich leb’ jhr müst verschmachten.

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Jhr seyd vmb die man trawren sol;
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Ich den die Lust erquicket.
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Jhr zagt/ vnd mir ist ewig wol
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GoTT hat mich heim geschicket;
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Der euch bald ruffen wird zu mir.
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In dessen lernt die falsche zier
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Der eiteln Welt verachten.

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Ade jhr liebsten ich muß fort/
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Laßt ab von ewren thränen.
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Denckt daß ich auß-steig in den Port
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Nach dem sich alle sähnen
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Dort war der Kampff: hier ist der lohn.
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Dort war der Kercker: hier der Thron.
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Dort wündschen: hier erlangen.

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Das reiche
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Geht auff. Ich bi
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Ade Welt/ Hoffen/ Schmertz vnd
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GoTT hat mich eingenommen.
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Hier wil ich ewig leben dir/
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Hier wil mit jauchzen für vnd für
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Ich dich mein GOTT vmbfangen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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