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Es hat, geschätzter Schenck, dein liebliches Geschencke
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Zusammt der wohlgesetzten Schrifft,
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Dasjenige, was du bey mir verlangt, gestifft:
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Es macht, daß ich aufs neu an GOTTES Wunder dencke.
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Ich bin mit neuer Lust erfüllt,
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Da ich der Wolcken Gnaden-Bild,
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Dem Nahmen und den Farben nach,
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Zur Zeit, als Lentz und Winter brach,
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Nach Regen, Sturm, nach Frost und Schnee,
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In deiner Wunder-Bluhme seh’.
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Das seltene Gewächs die Jris Persiea,
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Als ich sie mit Aufmercksamkeit besah,
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Bestand, dem Ansehn nach, aus dreyen Blättern nur,
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Worunter drey, die sich auf weiß, auf blau, auf grün,
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In sanfft- und lieblicher Vermischung ziehn:
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Dieselben sind an bunt- und zartem Glantz,
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Den klaren Perlen-Muscheln gantz,
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Was sag ich, selbst den Perlen gleich,
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An ihren Seiten sind dieselbigen durchschnitten,
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Die andern drey sind Gold und Purpur reich,
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Es strahlt ein gelber Strich in ihrer Mitten,
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Der oben gantz erhöht, und unten gantz besprengt
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Mit Pünctgen, die mit Strichen untermengt,
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In einem Purpurfarbnen-Schein.
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Bey dieser Schönheit fiel mir ein:
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Was nimmst du eitler Mensch dir nicht für Sorg und
Müh,
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In Purpur, Gold und Silber dich zu zeigen,
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Dein Schmuck ist nur geborgt. Hingegen hie
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Ist alle Pracht und Zier der Bluhmen eigen,
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Selbst die Natur hat sie so schön geschmückt,
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Der allerdünnste Tafft ist dick und grob bey ihnen;
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Durchsichtig wie ein Glas. Es spielt im holden Grünen
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Ein angenehmes weislich Blau,
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Das ich Verwundrungs-voll beschau.
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Ein wiederscheinender veränderlicher Glantz,
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Gleicht fast dem Tauben-Hals, gleicht einem Pfauen-
Schwantz.
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So sanfft als deiner Farben Schein;
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So sanfft pflegt dein Geruch zu seyn.
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Wie zart nun dein Geruch wie zart auch deine Blätter,
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Wie zart die Farben seyn, so tritt dein sanffter Flor,
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Doch mitten in dem Schnee hervor,
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Und scheuet weder Sturm noch sonst ein rauhes Wetter.
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Ach mögt' auch ich ohn' eckle Zärtlichkeit,
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Zu deinem Ruhm, mein Schöpfer, blühen!
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Ach möcht auch ich der Erden mich entziehen,
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Und stets in frölicher Gelassenheit,
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Dich zu verehren mich bemühen!