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Das Gras, durch den so nahen Safft,
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Des Wassers, so sie tränckt, hat desto grössre Krafft,
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Steht folglich in gedoppelt schöner Zier,
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Ist länger, grüner, dicht- und schöner hier,
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Als anderwerts das Gras. Man sieht durch helle Höh’n,
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Und holden dunckel-grünen Tieffen,
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Viel nettes Kräuter-Werck, voll bunter Blätter, stehen:
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Die bald beschattet, bald im Licht,
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Nachdem der Sonnen Glantz durch lange Blühte bricht,
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Da denn das hohe Gras, auf dessen glatte Spitzen
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Viel kleine Sonnen-Bilder blitzen,
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Mit denen es sich lieblich reget,
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Den Schatten auch zugleich beweget,
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Und ein gefällig Spiel von Dämmrung, Licht und Nacht,
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Die alle lieblich, grün, zur Lust der Augen macht.
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Mein GOTT, mit welcher Lust wird Aug’ und Hertz ge-
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Wenn sich der Blick bald auf die Spitzen lenckt;
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Die angenehm, verwirret und verschrenckt,
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Bald in die dunckle Tieffen senckt,
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In welchen tausend Seltenheiten
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In grüner Dämmerung zu sehen seyn.
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Es mischt sich wunder-schön ein mannigfalt’ger Schein,
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Von Farben, Schatten, Licht und Glantz.
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Kein mit der grösten Kunst geflochtner Crantz
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Sieht lieblicher, sieht bunter aus,
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Als dieses Grabens Rand. Es schien
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An manchem Ort das holde Grün
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So angenehm, durchflochten und gemischt,
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Es schien ein buntes Heer, von Bluhmen eingebunden,
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Dort, wo bey Tausenden gefärbte Bluhmen stunden,
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Schien etwas Kraut mit Fleiß mit eingewunden:
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Ein brennend Gelb, ein Silber-weisser Schein,
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Ein glühend Roth, so hier das Grün bedecket,
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Ein lebendiges Grün, das dort
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An diesem bald, und bald an jenem Ort,
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Der bunten Bluhmen Schmeltz verstecket,
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Die theils der Sonnen Glantz, indem er durch sie strahlte,
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Mit einem Glantz, der gülden schien, bemahlte,
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Wann einige der schwanck- und glatten Spitzen
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In Silber-weissen Schimmer blitzen:
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War angenehm, ja mehr als wunderschön,
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Zumahl denjenigen, die solche Lieblichkeit,
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Als ein von der Natur ihr selbst-gewircktes Kleid,
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Mit Lust und Ehr-Furcht sehn.
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Seh' ich in stiller Lust die Lieblichkeit und Pracht,
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Und in derselbigen die Weisheit, Lieb und Macht,
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Desjenigen, aus welchem alles quillet,
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Der Erde, Lufft und Meer,
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Ja aller Himmel Himmel Heer,
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Nur durch ein Wort mit Licht und Schönheit füllet;
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So wünsch ich aus dem innersten der Seelen,
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Daß Jhm, so lang ich hier auf Erden walle,
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Mein Leben, meine Freud', an seinem Werck gefalle,
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Und ich, in frohe Lust gesetzt zu Seiner Ehr,
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Indem ich Jhn in Seinem Werck erkenne;
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Auch gegen Jhn je mehr und mehr,
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In süsser Gegen-Lieb' und Danck, entbrenne!