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Ach! wie lieblich riecht es hier? welch ein holder Vor-
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Mosch, Ziebeth und Bisam aus? welche balsamirte
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Welch ambrirte süsse Theilchen füllen hier die lauen Lüffte?
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Scheint es nicht daß aller Orten ein unsichtbar Rauch-Faß
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Solche Fragen, solche Seuffzer! die durch Lust offt unter-
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Hatt’ ich schnauffend kaum gethan, kaum die Wörter aus-
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Als ich hinter mir ein Beet blühender Schonkiljen sah’.
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Kaum hatt’ ich ihr strahlend Gold, kaum ihr funckelnd Grün
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Als mein innerstes, durchs Auge, wie durch den Geruch
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Inniglich gerührt, vergnüget, lieblich angestrahlt, erquickt,
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Und fast halb entzücket ward. Dem für Lust erstaunten Sinn
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Ließ der reich beblühmte Platz, voller Anmuht, wunderschön,
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Als am grünen Firmamente tausend gülden Sterne sehn,
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Deren Prangen Form und Farben, nebst dem Schimmer-
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Deren angenehmes Feur, voll von holden Influentzen,
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Deren Lieblichkeit und Menge, deren Anmuhts-reichen Pracht,
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So dem Cörper, als der Seele solchen starcken Eindruck
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Daß, nicht nur erfrischt und dünner, mein aufs neu belebt
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Schneller in den Adern wallt, sondern daß selbst mein Gemüthe
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Sich befiedert, rege, munter, flüchtig, halb entzückt, erhoben,
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Von der Erden aufwerts schwingt, um von GOTTES
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In des neuen Vorwurffs Prangen unläugbare Wunder-
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Mit aufs neu verjüngter Krafft zu bewundern und zu loben.
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Um nun GOTTES Wunder-Werck in der Nähe zu be-
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Und auf ihrer Pracht und Zierde besser, als bisher, zu achten;
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Brach ich ihrer viele selber mit vergnügten Händen ab,
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Da denn die vereinte Menge, mir noch mehr Vergnügen
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Stärcker brach noch in der Nähe, als vorhero in der Ferne,
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Aus der Sammlung dieser Bluhmen ein verdickter Anmuths-
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Füllete Gehirn, die Nase, und den Lufft-Kreis überall.
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Unbeschreiblich lieblich, süsse, starck, gelinde, niedlich, zart,
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Und von allen andern Bluhmen einer gantz verschiednen Art,
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Ist die Anmuths-reiche Dufft, so aus den Schonkiljen quillet,
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Und zu unser Seelen Wonne, ihren Sitz, das Hirn, erfüllet.
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Es ist das, was aus den Bluhmen, wie aus einer Quelle, bricht,
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Bitter nicht, nicht süß, nicht sauer: alles, und doch keines
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Dem Jesmin, und ihrem Oehl’ist es noch am ersten gleich,
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Aber doch an Krafft und Stärcke mehr noch als Jesminen
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Denn es sind derselben Düffte in so gleichem Grad gemischen
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Und die unsichtbaren Theilchen stehn in solchem Gleich-Ge-
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Daß derselben Harmonie sich in unsre Sinnen flicht,
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Durch den spürenden Geruch unsre Seele selbst erfrischet.
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Aber ihr ist nicht genung, Geist und Hertz durch
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Zu vergnügen, zu erquicken, zu erfrischen, zu ergötzen,
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Sondern ihrer Farben Prangen, ihre Bildung, Schmuck
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Suchen uns auch durch die Augen in ein Andachts-Feur zu
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Wovon Lust der Zunder ist. Wo auf Erden eine Bluhme,
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In verwunderlicher Form und in holder Bildung blüht,
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Wo auf Erden eine Pflantze, zu des grossen Schöpfers Ruhme,
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In so angenehmen Farben, die vor Glantz fast brennet,
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So sind es wol die Schonkiljen; deren schlancken Stengels
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Jhr so lieblich dunckel Grün, ihre Glätte, ihre Ründe,
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Dessen gleichfals rundes Kraut ich nicht minder lieblich finde,
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Spitzen oben allgemach ihre glatt polirte Stangen,
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Bis in einem kleinen Knoten, der mit einer Hüls’ umfangen,
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Offt sich in viel Bluhmen theilt. Diese kleine Stangen tragen
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Erst ein dunckel-grünes Dreyeck, drinn ein licht-grün Röhr-
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Welches hohl, und welches in sich ein subtiles Stänglein decket,
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Wie ich es also befunden, da ich es einst in der Mitten,
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Recht bedachtsam mit der Spitze eines Messerchens durch-
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Um das Innerste zu sehn. In der zarten Spitze nun,
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Scheint das Allerköstlichste, scheint des Saamens Schatz zu
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Rings um diese kleine Spitze, die ein kleines Dreyeck macht,
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Sieht man eigentlich die Schönheit und der güldnen Bluh-
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Hier erstaunt ein Menschlich Auge durch das schöne Gold
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Womit hier sechs nette Blätter, von den Fingern der Natur,
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Auf des Höchsten Schöpfers Ordnung, wunderwürdig sind
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Wunderwürdig ausgeschmückt. Diese Blätter sind nicht nur
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Um ihr Gold bewunderns-würdig, da sie mehr fast als ver-
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Sondern um der Zierlichkeit. Sie sind wunderschön gebildet.
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Jedes Blatt ist unten schmal, dann verbreitet sichs gemach,
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Macht, wenn man es recht betrachtet, fast ein Ey-Rund
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Eins ums andre trägt ein Blat ein klein Spitzgen. Jedes
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Hat ein sonderlich Gewebe, es ist aus der massen glatt,
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Und dadurch, wenn Sonnen-Strahlen, auf die klare Bläs-
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Siehet man den hellen Schein, gleich dem Golde, rückwerts
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Auf dem Mittel-Punct der Blätter sieht man eine hohle
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Einem güldnen Becher gleich, worinn ich für dem Geruch,
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Das annehmlichste Geträncke, zu der Seelen Labsahl, finde.
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Die Natur scheint selbst verliebet in der Bluhmen Eigenschafft,
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Darum sie noch nicht vergnüget, daß sie einfach nur zu finden,
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Sondern sie verdoppelt offt in derselben Blat und Krafft,
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Dann wird unser Hirn und Hertz durch den Schwall fast über-
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Und für überhäuffter Lust unsre Lunge fast beklemmet,
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So daß wir fast mit Gewalt uns zum Schöpfer zu erheben,
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Um demselben Ehre, Danck, Preis und Lob und Ruhm zu
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Dadurch angetrieben werden.
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Lieber Mensch! Ach laß dich doch durch so viele Lieblich-
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Die dir hier dein Schöpfer schenckt, erst zu deiner eignen
Lust,
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Und so dann durch dein Vergnügen, zu dem grossen
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Noch lässt uns in den Terzetten die Natur nicht minder-
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Da sie weiß, wie Silber; gleichsam silberne Schonkil-
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Nicht genug ists, um noch reicher in der Aendrung sich zu
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Zeigt sie uns zum Unterscheid, wie derselben Silber-Blat,
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Ein verguldet Becherchen offters in der Mitten hat.
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Ach! vergesst für so viel Schönheit doch den Schöpfer