1.

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Andreas Gryphius: 1. (1650)

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Was hör ich für jubiliren?
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Wer ist der so frölich rufft?
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Daß Feld/ Berge/ Thal vnd Lufft
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Das gethöne wider geben?
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Woher kompt das triumphiren?
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Mag auch jemand sich erheben
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Vber mich die ich von oben
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Durch der grausen Donner tober,
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In den staub gestürtzet bin

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Mag denn ein Menschen geist so gar verteufelt seyn
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So grausam/ so verstäint? Klopfft über meiner pein
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Klopfft man
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Tritt man mich in Sandt?
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Reißt man Kron vnd Zepter hin.

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Meine Feindin! magst du prangen!
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Rührt dein stoltzer Ruhm daher/
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Daß Erd/ Himmel/ Lufft vnd Meer
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Wider mich zur Rach auffstehen?
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Der du lange nicht entgangen
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Mag dein Geist so lachend gehen/
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Daß der Höchste sich ergrimmet
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Vnd mein Haupt zum zweck bestimmet
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Auff den aller Wetter macht
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Mit schwartzer wolcken zorn vnd dunckel-rotten
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Mit harter schläge Sturm vnd Schwefel-lichter hitz
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Mit entzünd’ter glutt/
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Vnd der schmertzen flutt/
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Von der

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Ohn ists nicht! ich muß bekennen!
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Daß deß Allerhöchsten Schwerdt
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Das mir Seel vnd Leib durchfährt/
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Geist vnd Hertze gantz zuschnitten.
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GoTTE
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Vnd der scharffen Pfeyle wütten
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Die er auff mich abgeschossen:
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Alß mein freveln jhn verdrossen/
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Doch ich weiß mein Hertze glaubt!
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Ich den jetzt jedes blatt vnd jeder wind erschreckt
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Wil noch die Stunde sehn/ in welcher ich erweckt/
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Auß der Plagen grufft/
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In die freye Lufft
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Werd' auffrichten Hand vnd Haupt.

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Ist mir alles Licht entzogen:
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Muß der Sonnen güld’ner Schein/
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Von mir außgebannet seyn/
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Soll deß zarten Mondes kertzen
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Die so offt die Welt vmbflogen
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Weil ich zag' in herben Schmertzen/
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Mir zu scha
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Soll der Hellbestern'te Wagen
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Nicht mir armen mehr auffgehn:
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So wird des HErren Glantz. Das dunckel das mich deckt
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Die Nacht/ die mich verhüllt: das grawen das mich schreckt
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Wenden. weil sein Strahl
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In dem trüben Thal
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Mit viel glantz vmb mich wird stehn.

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Wol! Ich wil die last der plagen
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Vnd den jammer-reichen spott
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Den der
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Mir auf bende Schultern leget
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Mit getroßtem
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Daß Er jtzt so grimmig schläget
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Hab ich Niemand schuld zu geben/
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Alß dem rohen tollen Leben.
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Das ich tag für tag verübt
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Schlag/ straffe/ streich/ vñ schmeiß. Ich habe mehr verschuldt
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Ich wil die Kinder Rutt ertragen mit geduldt
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Schlag hier/ schone dort
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Besser Rutt alß Mord.
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Besser nun/ alßdann betrübt.

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GoTT wird was verborgen scheinet
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Mehr denn
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Läst er gleich mein Recht jtzt ruhn
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Alß obs einmal aufgehoben;
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Wird doch/ wenn kein
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Jeder meine

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Was ihr Feinde mit viel lügen
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Schimpffen/ schmehen/ hohn vnd trügen
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Jtzt verdächtig machen wolt.
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Wird alß der Sonnen-glantz der Dampff vnd wolcken
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trenn't
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Vnd durch der Nebel dampff am heissen Mittag rennt
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Brechen durch die Nacht
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Daß/ die jhr jtzt lacht
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Heulen vnd erblinden soll’t.

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Für mich wird der Außspruch fallen!
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Denckt! wie werdet jhr bestehen?
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Mit was schimpff vnd spott hingehn?
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HeRR! wie wird mein Hertz dich preisen?
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Ach! wie wird dem Lob erschallen/
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Wenn du wirst die harten Eysen
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Meiner armen schwere Fösser
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Meiner
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Brechen durch ein wort entzwey!
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Wenn dieser frewden
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Abwechßlen/ werd ich gleich/ dem so vom traum erwacht/
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Meine Frewde sehn
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An dem was geschehn
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Loß von Angst/ der wehmutt frey.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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