1.

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Andreas Gryphius: 1. (1650)

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Es ist vergebens Laelia daß man acht
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Der Augen glantz der trefflichen

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Der Purpur
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Sey mächtig dieses Hertz zufangen!

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Nein! ewre Lippen sind nur umbsonst bemüht!
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Ob gleich diß Antlitz gleich einer Rose blüht:
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Ob gleich das übersüsse singen
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Auch mächtig Löwen zu bezwingen!

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Schönste Syren/ Der lieblichen Seiten klang/
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Die marmor Brust/ der lustigen
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Diß
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Der Leib dem kein geschöpff zu gleichen;

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Der Hände Schnee/ der mächtigen Arme bandt
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Sind viel zu nichtig/ wenn nicht das werthe Pfandt/
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Das nur deß Himmels gunst außtheilet/
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Die Tugend ew’re schwachheit heilet.

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Die werthe Tugend Laelia bleibt vnd steht!
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Wenn nun die schönheit alß lichter blitz vergeht
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Vnd wenn die beyden
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Vnd wenn der Cörper wird zur Leichen.

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Die steckt mich jetzt mit schütternden flaḿen an!
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Die macht daß ich mich selbst nicht regiren kan
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Die zwingt mich auß mir selbst zu reissen/
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Vnd was nicht ewig/ hin zuschmeissen.

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Weg welt! weg Erden! nichtige Phantasie!
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Weg
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Weg was mein Geist zuvor geliebet!
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Weg was mein schlechtes Hertz betrübet.

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Gelehrte Thorheit! köstlicher vnverstandt!
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Vor mein begehren! jtzt nun du nur bekandt
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Mein Schmertz vnd Jrren/ geh' bey seitte:
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Eh’ ich mich ferner mehr verleitte.

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Weg meine Lauten! was wird das singen seyn/
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Wenn man die Glieder setzt in die gruben eyn?
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Wird jemand was ich schreibe lesen;
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Wann ich werd’ in der grufft verwesen?

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Was
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Bloß vnd alleine nach dem
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Daß mich ein sterblich Mensch geehret:
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Vnd mir mit anmuth zu gehöret?

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Die Tugend bricht das schreckliche Netz entzwey:
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Trotzt Tod vnd
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Sie lehrt was jrrdisch ist verlachen.
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Vnd kan vnß gleich den Göttern machen.

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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