An Bodmer

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Friedrich Gottlieb Klopstock: An Bodmer (1771)

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Der die Schickungen lenkt, heisset den frömmsten
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Mancher Seligkeit goldnes Bild
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Oft verwehen, und ruft da Labyrinth hervor,
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Wo ein Sterblicher gehen will.
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In die Fernen hinaus sieht, der Unendlichkeit
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Uns unsichtbaren Schauplatz, Gott!
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Ach, sie finden sich nicht, die für einander doch,
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Und zur Liebe geschäffen sind.
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Jetzo trennet die Nacht fernerer Himmel sie,
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Jetzo lange Jahrhunderte.
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Niemals sah dich mein Blick, Sokrates-Addison,
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Niemals lehrte dein Mund mich selbst.
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Niemals lächelte mir Singer, der Lebenden
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Und der Todten Gesellerinn.
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Auch dich werd ich nicht sehn, der du in jener Zeit,
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Wenn ich lange gestorben bin,
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Für mein Herze gemacht, und mir der ähnlichste,
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Nach mir einmal auch seufzen wirst,
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Auch dich werd ich nicht sehn, wie du dein Leben lebst,
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Werd ich einst nicht dein Genius.
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Also ordnet es Gott, der in die Fernen sieht,
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Tiefer hin ins Unendliche!
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Oft erfüllet er auch, was das erzitternde
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Volle Herz kaum zu wünschen wagt.
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Wie von Träumen erwacht, sehn wir dann unser Glück,
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Sehns mit Augen, und glaubens kaum.
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Dieses Glücke ward mir, als ich das erstemal
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Bodmers Armen entgegen kam.

([Klopstock, Friedrich Gottlieb]: Oden. Hamburg, 1771.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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