21. Noth und Hoffnung

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Johann Gottfried Herder: 21. Noth und Hoffnung (1773)

1
1:
2
Ihr Götter, weh mir, daß ich Noth und Gram
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Zu Lebensführerinnen mitbekam!
4
Geängstiget von aussen und von innen,
5
Wenn werd ich Ruh im Spiel der Welt gewinnen?

6
2:
7
Ihr Götter, wohl mir, daß ihr Noth mir gabt,
8
Und mit der Hoffnung Liebekuß mich labt.
9
Von aussen soll die Eine fort mich dringen,
10
Von innen machts die andre mir gelingen.

11
1:
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Der Fels des Sisyphus ist unsre Müh,
13
Sie steiget schwer, und schwerer sinket sie.
14
Ixions Rad, es brennt in unserm Herzen,
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Auch wenn mit Wolken wir und Hoffnung scherzen.

16
2:
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Der Erde Saat ist unsre kurze Müh,
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Sie sinket leicht und frisch erstehet sie.
19
Wie junges Grün soll unsre Hoffnung grünen;
20
Bald ist es Frucht, wo Blüthen nur erschienen.

21
1:
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Der Herbst entlaubt das Leben und den Hain,
23
Und Winterfrost wird deine Hoffnung seyn.

24
2:
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Der Frühling kommt mit Hain und Hoffnung wieder,
26
Und süsse Noth besingen alle Lieder.

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Ihr Nachtigallen, klaget süsse Pein,
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Ihr Turteltauben, girret Liebe drein,
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Ihr Knospen sproßt der Mühe süsses Streben,
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Ihr Lerchen singt der Hoffnung Frühlingsleben.

31
1:
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So will ich denn, des Lebens mich zu freun,
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In Noth getrost, in Hoffnung glücklich seyn.
34
Wenn unter Rosen oft auch Dornen stechen,
35
Von Dornen will ich meine Rosen brechen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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