30. Die Fürstentafel

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Johann Gottfried Herder: 30. Die Fürstentafel (1773)

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Wer ist Jene, die auf grüner Haide
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Sitzt in Mitte von zwölf edeln Herren?
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Ist Libussa, ist des weisen Kroko
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Weise Tochter, Böhmenlandes Fürstin,
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Sitzet zu Gericht und sinnt und richtet.

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Aber itzo spricht sie scharfes Urtheil
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Rotzan, einem Reichen. Und der Reiche
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Fähret auf im Grimme, schläget dreimal
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Mit dem Speer den Boden und ruft also:

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»weh uns, Böhmen, weh uns, tapfre Männer!
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Die ein Weib verjochet und betrüget,
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Weib mit langem Haar und kurzen Sinnen –
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Lieber sterben als dem Weibe dienen.«

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Und Libussa hörts und ob es freilich
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Tief sie kränkt in ihrem stillen Busen,
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Denn des Landes Mutter, aller Guten
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Und Gerechten Freundin war sie immer;
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Dennoch lächelt sie und redet gütig:

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»weh denn euch, ihr Böhmen, tapfre Männer,
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Daß ein lindes Weib euch liebt und richtet;
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Sollet einen Mann zum Fürsten haben,
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Einen Geyer statt der frommen Taube.«

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Und stand auf voll schönen stillen Zornes,
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»morgen ist der Tag, wenn ich euch rufe,
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Sollt ihr haben, was ihr wünschet.«
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Alle
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Blieben stumm und tiefbeschämet stehen,
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Fühlten alle, wie sie übel lohnten
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Ihrer Treu' und Mutterlieb' und Weisheit;
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Doch gesprochen wars und alle lüstern
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Auf den Morgen, auf den Mann und Fürsten,
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Gehn mit hellen Haufen auseinander.

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Lange hatten viele reiche Herren
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Nach Libussens Hand und Thron getrachtet,
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Sie gelockt mit Schmuck und Schmeicheleien,
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Reichem Gut und Heerden. Doch Libussa
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Wollte nie sich Hand und Thron verkaufen.
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Wen nun wird sie wählen? Alle Edlen
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Schlafen unruhvoll und hoffen Morgen.

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Morgen kommt. Die Seherin Libussa
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Ist noch ohne Schlaf und ohne Schlummer,
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Ist auf ihrem hohen heilgen Berge,
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Fragt die Göttin Klimba, bis die Göttin
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Endlich spricht und öfnet Reiches Zukunft:

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»auf! wohlauf Libussa, steige nieder,
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Hinterm Berge dort, an Bila's Ufer
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Soll dein weisses Roß den Fürsten finden,
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Der Gemahl dir sey und Stammes Vater,
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Fährt da emsig mit zwei weissen Stieren,
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In der Hand die Ruthe seines Stammes
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Und hält Tafel da auf eiserm Tische.
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Eile, Tochter, Schicksalsstunde eilet.«

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Schwieg die Göttin und Libussa eilet,
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Sammlet ihre Böhmen, legt die Krone
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Nieder auf die Erde und spricht also:

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»auf! wohlauf ihr Böhmen, tapfre Männer,
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Hinterm Berge dort, an Bila's Ufer
58
Soll mein weisses Roß den Fürsten finden,
59
Der Gemahl mir sey und Stammes Vater,
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Fährt da emsig mit zwei weissen Stieren,
61
In der Hand die Ruthe seines Stammes,
62
Und hält Tafel da auf eiserm Tische.
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Eilet, Kinder, Schicksalsstunde eilet.«

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Und sie eilten, nahmen Kron' und Mantel
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Und das Roß vor ihnen, wie der Wind schnell,
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Und ein weisser Adler über ihnen –
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Bis an Bila's Ufern überm Berge
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Stand das Roß und wiehert einem Manne,
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Der den Acker pflüget. Tiefverwundert
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Stehen sie. Er schreitet in Gedanken,
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Pflüget emsig mit zwei weissen Stieren,
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In der Rechten eine dürre Ruthe.

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Und sie boten laut ihm guten Morgen.
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Stärker treibt er seine weisse Stiere,
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Höret nicht. »Sey uns gegrüsset, Fremder,
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Du der Götter Liebling, unser König!«
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Treten zu ihm, legen ihm den Mantel
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Um die Schulter und die Königskrone
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Auf sein Haupt. »O hättet ihr mich immer
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Pflügend meinen Acker lassen enden!
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Spricht er, eurem Reiche sollts nicht schaden –
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Doch es ist des schnellen Schicksals Stunde.«

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Und steckt ein die Ruthe in die Erde,
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Band die weissen Stiere los vom Pfluge:
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»geht, woher ihr kamet!« Plötzlich hoben
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Sich die weissen Stiere in die Luft hin,
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Gingen ein zu jenem nahen Berge,
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Der sich schloß und aus ihm sprang ein faules
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Wasser, das noch jetzo springet. Plötzlich
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Grünete die Ruthe aus dem Boden,
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Spriesset oben in drei Zweige. Staunend
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Sehn sie Alles. Und Przemysl, der Denker,
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(also war sein Name) kehrt den Pflug um,
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Langet Käs' und Brod aus seiner Tasche,
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Heißt sie niedersitzen auf die Erde,
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Legt die Mahlzeit auf den Pflug mit Eisen,
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»haltet denn mit eurem Fürsten Tafel.«

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Und sie staunen ob des Schicksalspruches
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Wahrheit, sehn den Eisentisch vor ihnen
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Und die Ruthe grünen. Und o Wunder,
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Schnell vertrocknen zwei der dreien Zweigen
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Und der dritte blühet. Endlich können
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Sie nicht schweigen, und der Pflüger redet:
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»staunet nicht, ihr Freunde, diese Blüthe
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Ist mein Königsstamm. Es werden viele
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Wollen herrschen und verdorren. Einer
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Wird nur König seyn und blühen.«
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»aber
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Herr, wozu der sondre Tisch von Eisen?«
110
»und ihr wisset nicht, auf welchem Tische
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Stets ein König isset. Eisen ist er,
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Ihr die Stiere, die sein Brod ihm pflügen.«

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»aber Herr, ihr pflügetet so emsig,
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Zürnetet, den Acker nicht zu enden?«
115
»o hätt' ich ihn enden können, hätte
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Euch Libussa später mir gesendet;
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Niemals würde dann, so spricht das Schicksal,
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Eurem Reiche süsse Frucht ermangeln.
119
In den Bergen sind nun meine Stiere.«

120
Damit stand er auf und stieg aufs schöne
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Weisse Roß, das scharrt und triumphiret.
122
Seine Schuhe waren Lindenrinde
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Und mit Bast von seiner Hand genähet.
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Und sie legen an ihm Fürstenschuhe.
125
»lasset, ruft der Fürst vom weissen Rosse,
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Laßt mir meine Schuh von Lindenrinde,
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Und mit Bast von meiner Hand genähet,
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Daß es meine Söhn' und Enkel sehen,
129
Wie ihr Königsvater einst gegangen!«
130
Küßt die Schuh und barg sie in den Busen.

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Und sie reiten und er spricht so gütig
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Und so weise, daß in seinem langen
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Kleide sie fast einen Gott erblickten.

134
Und sie kamen zu Libussens Hofe,
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Die ihn froh empfieng mit ihren Jungfraun,
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Und das Volk, es rief ihn aus zum Fürsten,
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Und Libussa wählt ihn sich zum Gatten,
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Und regierten gut und froh und lange,
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Gaben trefliche Gesetz' und Rechte,
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Bauten Städte und die Ruthe blühte,
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Und die Schuhe blieben Angedenken,
142
Und die Pflugschaar säumte nicht, so lange
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Primislaus und Libussa lebten.

144
Weh ach weh, die Ruthe ist verdorret,
145
Und die armen Schuhe sind gestohlen,
146
Und der Eisentisch ist güldne Tafel.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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