ViI. DOMINE USQUE QUO?

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Andreas Gryphius: ViI. DOMINE USQUE QUO? (1650)

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Ach wie lang/ O GOtt! mein GOtt wie lange/
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Wilst du dich von meinen threnen kehren/
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Vnd keiner bitte mich gewehren!
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Ach/ wie ist mir doch so hefftig bange!
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Daß du mich nun gantz auß deinem hertzen/
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Schleust vnd in grundlosen schmertzen/
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Ohne trost versincken läst.

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Soll ich HERR/ dein antlitz nicht mehr schawen?
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Hab ich nicht O Heylandt/) mein vertrawen
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Stets auff dich gegründet fest?

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2. Ach/ wie lange soll in tausendt plagen/
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Vnter deines grimmes donnerkeilen/
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Vnd Höllenheissen Schwefel pfeilen
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Ich mein jmmerwehrendt weh beklagen?
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Ach wie müd’ ist mein gemüt von sorgen!
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Welches plötzlich alle morgen/
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Angst vnd
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Ist wol eine trübsal zu ergründen/
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Wirdt man auch ein vnglück können finden.
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Das mich nicht in klawen hält?

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3.
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Das sich aber meine feind' erheben
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Weil ich in höchster qual muß leben/
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Daß so frölich jauchtzen/ die mich neiden;
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Dis/ dis wil mir leib vnd Geist durchdringen/
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Vnd mich zum verzweifeln bringen.
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Mein G
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Wofern dein gemüte zu erweichen:
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Wofern eine gnade zu erreichen
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Schawe doch auff meinen spott.

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4. Welt ade es ist vmb mich geschehen!
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Meine krafft weicht/ vnd die Augen brechen/
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Die Zunge kan kein wort mehr sprechen:
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Der Todt hat mich jhm zum raub' ersehen.
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Ach HERR! einen strall nur/ deiner gütte/
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Wündtscht mein sterbendes gemüte
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Brich doch an du lebens licht!
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Mein feind wird es seiner macht zu schreiben/
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Wo ich muß im staube liegen bleiben.
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Dulde do

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5. Nun ich weis/ du wirst mir nicht abschlagen/
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Was ich jtzt/ mit halberstarter zungen/
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Vnd pfnüchtzend habe vorgedrungen.
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Deine gnade kennet kein versagen/
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Alle welt weis deine trew zu preisen/
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Die du pflegest zu erweisen/
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Wenn kein mittel mehr zu sehn
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HeRR ich glaub’ ich wil nach so viel schreyen/
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Vber deiner wolthat mich erfrewen!
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Ja ich weis es wirdt geschehn!

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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