11. An eine Blume

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Johann Gottfried Herder: 11. An eine Blume (1773)

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Daß der Himmel dich schön geschmücket,
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Daß die Sonne dein Kleid gesticket,
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Daß du prangest vor Gold und Seiden,
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Kann mein Röschen gerne leiden.

5
Daß die Bienen so oft dich küssen,
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Daß die Kranken dich preisen müssen,
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Und die Aerzte dich heilsam nennen,
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Mag mein Röschen gern bekennen.

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Denn in allen denselben Sachen
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Kann ihr' Herrlichkeit dich verlachen.
11
Unter Blumen ist nicht deinsgleichen,
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Was geschaffen ist, muß ihr weichen.

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Deine Kleider vergehen schleunig,
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Deine Farben, die nützen wenig,
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Deine Kräfte sind zum Verderben,
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Vielmals helfen sie auch zum Sterben.

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Was hilft Liebliches ohne Sprechen?
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Was sind Blumen, die leicht zerbrechen?
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Was ist Zierde, die nicht kann singen,
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Nicht wie Röschen das Herz bezwingen.

21
Was am Himmel ist schön zu finden,
22
Was die Blumen kann überwinden,
23
Was der Nachtigall Kunst nicht weichet,
24
Was der Perlengestalt sich gleichet,

25
Was mit Freundlichkeit ist begabet,
26
Was durch Tugend das Herz erlabet,
27
Was dem Schönsten den Preis benommen:
28
Das macht Röschen ganz vollkommen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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