8. Amor im Tanz

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Johann Gottfried Herder: 8. Amor im Tanz (1773)

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Junges Volk, man rufet euch
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Zu dem Tanz hervor.
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Auf! es spielet schon zugleich
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Unser ganzes Chor.
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Wer nun Lust zu tanzen hat
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Stelle hier sich ein,
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Tanze, bis er Tanzes satt,
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Und begnügt mag seyn.

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Wisset aber, daß sich hab'
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Hier auch eingestellt
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Amor, der berühmte Knab'
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Auf der weiten Welt:
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Amor, der viel Possen macht,
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Und sich nur ergetzt,
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Wenn er euch in Leid gebracht
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Und in Noth gesetzt.

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Er wird wanken hin und her,
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Nehmet seiner wahr!
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In den Augen ohngefähr
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Wird er offenbar,
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Drinnen der geschwinde Schütz
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Seinen Bogen spannt
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Und euch, wie der schnelle Blitz
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Trifft gar unbekannt.

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Auf den Lippen wird er oft
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Auch zu finden seyn,
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Und sich bei euch unverhofft
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Heimlich schleichen ein.
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Durch der Worte Süßigkeit
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Hat er seine Lust,
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Euch zu stürzen nur in Leid
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Schlau und unbewust.

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Händedrücken keiner trau!
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Er ists, der es thut:
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Er verbirgt sich so genau,
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Quälet manches Blut,
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Daß in Hoffnung wird geführt
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Einer Schönen Gunst,
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Die doch nicht die Hand gerührt –
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Es war Amors Kunst.

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So er nun durch seine Pfeil'
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Euch verliebt gemacht,
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Wird er lachen und in Eil
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Geben gute Nacht;
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Sehet zu wie? wo? und wann
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Ihr dann Hülfe kriegt?
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Der wird übel seyn daran,
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Der verwundet liegt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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