14. Elvershöh

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Johann Gottfried Herder: 14. Elvershöh (1773)

1
Ich legte mein Haupt auf Elvershöh,
2
Mein' Augen begannen zu sinken,
3
Da kamen gegangen zwo Jungfraun schön,
4
Die thäten mir lieblich winken.

5
Die Eine, sie strich mein weisses Kinn,
6
Die zweite lispelt ins Ohr mir:
7
Steh auf, du muntrer Jüngling! auf!
8
Erheb', erhebe den Tanz hier!

9
Steh auf, du muntrer Jüngling, auf!
10
Erheb', erhebe den Tanz hier!
11
Meine Jungfraun soll'n dir Lieder singen,
12
Die schönsten Lieder zu hören.

13
Die Eine begann zu singen ein Lied,
14
Die Schönste aller Schönen;
15
Der brausende Strom, er floß nicht mehr,
16
Und horcht den süssen Tönen.

17
Der brausende Strom, er floß nicht mehr,
18
Stand still und horchte fühlend,
19
Die Fischlein schwammen in heller Fluth,
20
Mit ihren Feinden spielend.

21
Die Fischlein all' in heller Fluth,
22
Sie scherzten auf und nieder,
23
Die Vöglein all' im grünen Wald,
24
Sie hüpften, zirpten Lieder.

25
»hör an, du muntrer Jüngling, hör an,
26
Willt du hier bei uns bleiben?
27
Wir wollen dich lehren das Runenbuch,
28
Und Zaubereien schreiben.

29
Ich will dich lehren, den wilden Bär
30
Zu binden mit Wort und Zeichen;
31
Der Drache, der ruht auf rothem Gold,
32
Soll schnell dir fliehn und weichen.«

33
Sie tanzten hin, sie tanzten her;
34
Zu buhlen ihr Herz begehrt«.
35
Der muntre Jüngling, er saß da,
36
Gestüzet auf sein Schwert.

37
»hör an, du muntrer Jüngling, hör an:
38
Willt du nicht mit uns sprechen,
39
So reissen wir dir, mit Messer und Schwert,
40
Das Herz aus, uns zu rächen.«

41
Und da mein gutes, gutes Glück!
42
Der Hahn fing an zu kräh'n.
43
Ich wär sonst blieb'n auf Elvershöh,
44
Bei Elvers Jungfraun schön.

45
Drum rath ich jedem Jüngling,
46
Der zieht nach Hofe fein,
47
Er seze sich nicht auf Elvers Höh,
48
Allda zu schlummern ein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.