8. Ein Gesang von Milos Cobilich

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Johann Gottfried Herder: 8. Ein Gesang von Milos Cobilich (1773)

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Schön zu schauen sind die rothen Rosen
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In dem weissen Pallast des Lazaro:
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Welche sey die schönste und die liebste,
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Und die holdeste, kann niemand sagen.

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Rosen sinds nicht, sind nicht rothe Rosen,
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Sind die schönen Töchter des Lazaro,
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Des Gebieters über Servjas Ebnen,
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Von den alten Banen ihm vererbet.

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Wohl vermählet hat er seine Töchter
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Wohl an grosse Herren. Vukossava
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Gab er Milos Cobilich, und Mara
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Vuko Brankowich; ein Czar, der tapfre
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Bajazet bekam Miliza; aber
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Nicht so ferne ging zu ihrem Manne
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Jelina, die Braut des edlen Feldherrn,
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Des Juria Czarnowich in Zenta.

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Kurze Zeit war hin. Drei Schwestern kamen
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Ihre liebe Mutter zu besuchen,
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Nur Miliza, die Czarin[a], kam nicht,
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Denn Czar Bajazet hatt's ihr verboten.

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Alle gaben freundlich um die Wette
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Sich die ersten Grüsse; aber schleunig
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Glimmet Zwietracht unter ihnen, jede
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Fänget ihren Ehherrn an zu loben
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In dem weissen Pallast des Lazaro.

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Jelina begann zu rühmen: »Fürstin,
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Einen stolzern Mann hat keine Mutter
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Je gebohren, als meinen Juria.«
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Brankowich Gemahlin: »einen grössern
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Mächtigern, berühmtern, als mein Vuko,
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Hatte keine Mutter.« Und die Gattin
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Cobilichs, die stolze Vukossava,
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Lachte laut und sprach zu ihren Schwestern:
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»höret endlich auf, ihr armen Weiber!
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Pralet mir nicht mehr von eurem Vuko,
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Der an Ruhme nur ein armer Held ist,
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Lobet mir nicht mehr Juria, der ja
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Weder groß ist, noch von grossen Ahnen.
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Aber rühmt mit mir den edlen Milos,
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Von Neu-Pazar, der ein stolzer Krieger
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Selbst ist und von stolzer Krieger Blute
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Aus Erzegovina.« Da entbrannte
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Die Gemahlin Vukos auf die Rede
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Ihrer Schwester, hub von Zorne trunken
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Ihren stolzen Arm und schlug die Schwester.

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Leichte war der Schlag nur, aber Tropfen
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Bluts entflossen Vukossava's Nase;
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Auf die Füsse sprang die junge Gattin,
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Kehrte weinend heim zu ihrem Pallast,
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Klagte schluchzend, weinend ihrem Milos,
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Also klagte sie mit leiser Stimme:

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»o mein liebster Herr, wenn du es wüstest,
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Was die freche Brankowich geredt hat,
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Sagt, du seyest nicht von edlem Blute,
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Noch daß je es deine Väter waren.
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Seyst ein faules Aas, und faulen Aases
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Sey dein Ursprung. Ist so kühn, zu plaudern,
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Daß mit Vuko, ihrem Herren, du dich
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In das Feld zu wagen, zu dem Zweikampf
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Nicht erkühnest, denn es sey ja deine
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Rechte schwach und kraftlos.« Ha, das stach ihm
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In der Seele. Auf die tapfern Füsse
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Sprang er zornig, sattelt schnell sein Roß ihm
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Aus zum Zweikampf, rief mit lauter Stimme
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Zu sich Vuko Brankowich: »Freund Vuko
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Brankowich, wenn deiner Mutter Ehre
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Dir noch lieb ist, aus zum tapfern Zweikampf,
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Daß es nun erscheine, wer von Beiden
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Sey der Stärkre.« Nichts war Vuko übrig,
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Als sein Roß zum Zweikampf auch zu satteln.

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Beide reiten, suchen eine Ebne
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Die zum Streite gut ist, und nun rennen
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Sie mit Kriegeslanzen auf einander,
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Stossen mächtig zu; die Lanzen brechen
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Wohl in tausend Splitter. Und sie ziehen
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Ihre Säbel, wohl in tausend Stücken
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Fliegen durch die Luft die scharfen Säbel.
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Gehn mit mächtgen Kolben auf einander,
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Und von der und jener springt der Knopf ab.
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Endlich bleibt das Glück auf Milos Seite,

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Er reißt Vuko Brankowich vom Pferde,
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Strecket ihn zu Boden und spricht also:
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Wohl nun, Vuko Brankowich, nun rühme,
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Prale nun zu andern, daß mit dir, ich
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Keinen Zweikampf wage. Wenn ich wollte,
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Könnt' ich jezt dich tödten und dein Weib in
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Schwarzen Kleidern eine Wittwe sehen,
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Aber geh und lerne, künftig nimmer
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Mehr zu pralen.

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Nicht gar lange währets,
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Und die Türken stürzten ein in Servien.
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Sultan Amurath verheerte zornig
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Und verbrannte Land und Städte. Anders
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Blieb Lazaro nichts. Von allen Seiten
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Sammlet er sein Heer und rufet zu sich
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Vuko Brankowich und Krieger Milos.

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Sassen alle an der reichen Tafel
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Alle Kriegesführer. Wohl getrunken
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Hatten sie im Kreise und Lazaro
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König Serviens, begann nun also:

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O berühmte Banen, tapfre Grafen!
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Höret mich. Wir rücken morgen frühe
103
Aus zur Schlacht der Türken. Erster Feldherr
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Dem wir alle folgen, sey uns Milos.
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Er ist tapfer nach dem Rufe aller,
106
Vor ihm zittern Servier und Türken,
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Er sey erster Feldherr, nach ihm folge
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Vuko Brankowich, nach ihm der Zweite.

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Hoher Zorn stieg auf in Vuko's Seele:
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Denn sein Herz, es haßt den tapfern Milos.
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Auf die Seite ziehet er Lazaro,
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Redet leise zu ihm: »Lieber Vater,
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Weissest nicht, daß du dein Heer zum Tode
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Hast versammlet: Milos wirds verrathen.
115
Er ist für die Türken; im Geheimen
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Würkt er treulos immer auf ihr Bestes.«

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Tief verstummt Lazaro, sizet schweigend
118
In Gedanken. Und beim Abendmale
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Da ringsum die Führer alle sassen,
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Faßt er mit der Hand den goldnen Becher,
121
Und spricht weinend also: Trinken will ich
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Nicht des Czars Gesundheit, nicht des Kaisers;
123
Meines undankbaren Schwiegersohnes
124
Milos, der mich zu verrathen denket. – –

125
Milos schwur ihm bei dem höchsten Gotte,
126
Daß Verrath ihm nie ins Herz gekommen,
127
Sprang voll Schmerz auf seine tapfern Füsse,
128
Barg sich ein in seine weisse Zelte,
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Und vergoß da einen Strom von Thränen
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Bis um Mitternacht. Da hob er auf sich,
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Rief zu Hülfe sich den Gott vom Himmel.

132
Morgen graute und der Stern des Morgens
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Zeigt sein helles Antliz. Da legt Milos
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Rüstung an sein Pferd und zu den Türken!
135
Spricht zu Sultans Wache: »führet schnell mich
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In das Zelt von eurem Czar; ich komme,
137
Ihm das Heer von Servjen und den König
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Lebend in die Hand zu geben.«

139
Und es
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Glaubete die Wache Milos Worten,
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Führte ihn zum Sultan. Milos beuget
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Seine Knie auf die schwarze Erde,
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Küßt dem Czar die Rechte und den Mantel;
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Und ein Messer hatt' er fertig, stach es
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Amurath in seine Brust. Der Stich ging
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Ihm ins Herz. Er zieht den Säbel, wütet
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Schrecklich unter Bacha's und Visiren.

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Aber endlich ward das Glück ihm unhold,
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Fiel zerhackt in tausend Stücke nieder,
150
Ueber seinen Säbel. Habe dessen
151
Rechten Lohn dir, Vuko du Verläumder!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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