1. Das Lied vom jungen Grafen

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Johann Gottfried Herder: 1. Das Lied vom jungen Grafen (1773)

1
Ich steh auf einem hohen Berg,
2
Seh 'nunter ins tiefe Thal,
3
Da sah ich ein Schifflein schweben,
4
Darinn drey Grafen sass'n.

5
Der allerjüngst, der drunter war,
6
Die in dem Schifflein sass'n,
7
Der gebot seiner Lieben zu trinken
8
Aus einem venedischen Glas.

9
»was giebst mir lang zu trinken,
10
Was schenkst du mir lang ein?
11
Ich will jezt in ein Kloster gehn,
12
Will Gottes Dienerin seyn.«

13
»willst du jetzt in ein Kloster gehn,
14
Willst Gottes Dienerin seyn,
15
So geh in Gottes Namen;
16
Deins gleichen giebts noch mehr!«

17
Und als es war um Mitternacht,
18
Dem jung'n Graf träumts so schwer,
19
Als ob sein allerliebster Schaz
20
Ins Kloster gezogen wär.

21
»auf Knecht, steh auf und tummle dich;
22
Sattl' unser beide Pferd!
23
Wir wollen reiten, sey Tag oder Nacht;
24
Die Lieb ist reitens werth!«

25
Und da sie vor jen's Kloster kamen,
26
Wohl vor das hohe Thor,
27
Fragt er nach jüngst der Nonnen,
28
Die in dem Kloster war.

29
Das Nönnlein kam gegangen
30
In einem schneeweissen Kleid;
31
Ihr Häärl war abgeschnitten,
32
Ihr rother Mund war bleich.

33
Der Knab er sezt sich nieder,
34
Er saß auf einem Stein;
35
Er weint die hellen Thränen,
36
Brach ihm sein Herz entzwey.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.