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Hier steh' ich Jüngling,
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Um mich Gräber der Brüder, und trete
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Verblühten Schwesterstaub!
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Fühlst Du? – Nein, er fühlt nicht meinen Tritt,
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Hört nicht meine Stimme, nie des Tempels
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Stimme, die Tod und Leben posaunt.
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Nacht! – ich hör'! – wie redst Du mir, Asche,
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Aus der Urne schwangerm Schooß
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Gedanken herauf, und jener Moder
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Dumpfte Antwort und schwieg!
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Denn es lispelt um mich. Im heil'gen Kreise
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Wandeln Geister um mich?
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Geister, weiht Ihr die neue Todte vorm Altar
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Eleusinisch in Euren Kreis?
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Denn kaum Hekate sieht's durchs ew'ge Fenster,
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Und ich seh' Euch nicht!
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Könnt' ich – ja, ich werd' Euch – wie?
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Wenn ich Asche bin? und wenn?
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Tod! Du kochst in mir mein Feuer zu Asche,
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Den Gedanken zu Nichts, den Wunsch zu Nichts!
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Gedankenwelt! Fluthen von Wünschen, Ihr sammlet,
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Steht und brauset um mich!
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Brauset herab! – Sei in mir Stille,
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Wie die Natur einst steht,
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Wenn sie, Welten zur Sonn' zu hauchen, erst Kräfte
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Athmet; Stille, wie mein Gedanke
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Einst aufflammet und stirbt, der Wünsche letzter
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Einst auffluthet und sinkt
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O Kluft – ich Geist, wie Gott! –
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Er rief Geister aus Nichts, ich, Geist, Gedanken
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Er sprach: Körper! Auch ich will: es wird Handlung.
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Und ich, Schöpfer, bin einst Nichts!
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Gedanke – Handlung – mein Ich – kein Fußstapf mehr!
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Ich war nicht – bin – bin nicht mehr!
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Schattete auf – schatte – schatte vorbei!
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Licht, das mich abschattete! warum? Doch, Mitternachtsgedanke,
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Bin ich durch ihn, ward ich – wohl! so werd' ich
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Denn durch ihn, durch ihn schaff' ich seine Welten
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In mir nach und seh' mich selbst!
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Und auch ihn kann ich einst wie mich selbsten sehn!
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Geist, mit welchem Gedankenstrahl im hohen
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Auge gehst Du einst, ihn zu sehn!
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Morgenstern! nein, Morgensonne, den Tempel
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Glänzest Du um mich auf!
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Dort, Messias' Bild am heiligen Altar,
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Stirbt der Jüngling; im Auge des Jünglings stirbt
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Der Gedank: »Vollbracht ist's, Vater!«
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Wohl! Vater? vollbracht? Wohl! diesen Gedanken,
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Tod, ihn brich einst ab, nimm mich in ihm!
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Doch vollbracht? – Ich? weiß ich? fing ich an?
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Und vollbracht? – Noch steh' ich hier, Jüngling!
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Wolan! ich geh' und denk' und wirke und genieße
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Mich noch, Jüngling, ganz.
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Jede Nerv' und Ader und Freund und Augenblick
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Mensch und Christ und Freund zu sein!
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Und, wie Sonne, Leben umher zu streuen,
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Daß ich's fühl' und Jeder fühl': »Ich bin«.
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Und mein höchster Freudengedank ist Tod; mein Todesgedank ist:
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Und dann läutet! – Sie läuten? –
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Ja, sie läuten die Todesglocken! es betrog sich meine
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Phantasie! vergeben Sie ihren hingerissnen Traum!
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– Doch nicht mein Ohr! Sie rufen uns zum Grabe.
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– Wir gehen; unser Gedanke sei