Sehnsucht nach Ruhe und Tod

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Johann Gottfried Herder: Sehnsucht nach Ruhe und Tod (1765)

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Und nun! voll Armuth, ohne Ruh
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Sitz' ich und wein' den Wolken zu.
3
Ach, wär' ich – wär' ich reich!
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Da klingt's. – Liebst Reichthum Du?
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Doch – hinter Dir schleicht Sorge!
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O laß mich! – laß mich gleich!
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Und nun! noch sitz' ich ohne Ruh
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Und weine Gram dem Staube zu.
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Im Staube? Wär', o wär' ich groß!
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Da rauscht's. – Mach, lieber Ruhm, mich groß!
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Doch – hinter Dir schleicht Tücke!
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O laß mich! – laß mich blos!
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Voll Unglück, ruhmlos und noch ohne Ruh
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Lieg' ich und ruf' der Wüste zu.
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Wo? hörst Du mich nicht, Glück?
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Da kommt's. – Gieb, liebes Glück, mir Ruh!
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Doch – bringst Du schwarze Laster?
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O kehre nur zurück!
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Komm, Buch! – Doch sitz' ich ohne Ruh
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Und weine selbst den Büchern zu.
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Denn wenn auch tief gelehrt,
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Von lieber Mus' erhört,
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Doch Thorheit! hinter Dir schleicht finstre Plage.
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Nein, das bist Du nicht werth!
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Ohn' Buch und Glück und ohne Ruh,
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Seh' ich dem Glück der Freundschaft zu.
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O wär' ich Mensch – und Freund!
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O Erde! – bildet mich zur Ruh!
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Doch – Falschheit – und Beschwerde –!
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Ich Unmensch, Keines Freund! –
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Was sitz' ich immer ohne Ruh –
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Und weine Blut Tyrannen zu?
33
Wer fühlte, was mich traf?
34
O lieber Tod, Du kömmst – Dich wünscht' ich, holder Schlaf!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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