Die Vorsehung

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Johann Gottfried Herder: Die Vorsehung (1771)

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Und was soll mich Noth und Tod
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Nur im Bilde schrecken?
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Immer ja in Gottes Hand,
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Wird sie stets mich decken,
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Wohin der Weg sich wende.
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Wer war es, der auf diese Welt
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Mich, eh ich noch war, gestellt?
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Der schon für mich gedacht,
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Mich, was ich bin, gemacht,
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Mich der Welt, die Welt für mich bereitet?
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Ein Vater, ein Gott!
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Ewiger Gedanke!
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Vater, Gott, so bist es Du,
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Der stets mich leitet.

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Einst in meiner Mutter Schooß,
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Aus der tiefen Fremde kam
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Ich in Fremde. Weinen
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War meine erste Stimme.
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War nie gekannt und doch gekannt,
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Schon geliebt und Kind genannt,
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Fand vor mir Vaterarm,
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Fand vor mir Mutterbrust,
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Fand selbst Schmerzen mir als Liebesbande,
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Als Bande ans Herz
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Väterlich bereitet.
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Schwachheit, Noth, die Thräne selbst
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Ward Band der Liebe.

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Ewiger, der also mich
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Ließ geboren werden,
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Du bist vor mir, leitest mich
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Auch zu bessern Erden,
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Hast meinen Tritt gezählet.
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Die Blüthe reifet dort zur Frucht;
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Dort find' ich, was mein Herz sich sucht
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Und hier nicht finden kann;
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Du nimmst den Sprößling an,
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Pflanzest weiter ihn auf Himmelsauen.
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Sei's Veilchen im Thal
39
Oder Ceder Gottes, –
40
Alle, Alle blühen wir
41
In Gottes Reiche.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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