13.

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Johann Gottfried Herder: 13. (1773)

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In jener goldnen Zeit,
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Da Thier' und Menschen vetterliche Schaaren
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Und Schwätzer und Gesellen waren,
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Und Aelterbruder Mensch ihr Vormund weit und breit,
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Ein Vormund mit Verstand und Lieb' und Treu:
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Er sah an Jedes Stirn, was in ihm sei,
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Und lenkt's an seiner Hand, wie Gott die Menschen lenkt,
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In Jedes eignem Hirn, daß Jeder denkt:
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»wie bin ich frei!«
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Und Weisheit spielet' auf der Erde
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In Allem, was nur lebt und webt;
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Der Mensch empfand: »Was lebt und webt,
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Spricht, handelt mir, damit ich weise werde!«
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Und er erhebt
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Vor Allem sich empor und fühlt sich Gottesbild,
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Mit Vaters Blick und Wort erfüllt;
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»daß,« spricht er, »mir die Erde
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Gehorsam werde,
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Begabet bin ich mit Verstand.«
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Stracks fiel sein Blick aufs irdische Gewand,
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Und wie verhüllt
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Des Vaters ewige Gewalt
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In Thiergestalt!
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»damit ich,« sprach sein innres Mitgefühl,
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»im großen Erdgewühl
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Mit Thieren Thier, von Allen Bruder werde,
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Ein Herr und Knecht der Erde!«

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Sieh, Mensch, der Fabel Ziel
29
Und Amt und Bild:
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Dein Weisheitblick hat ohne Mitgefühl
31
Sein Loos nur halb erfüllt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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