Seligkeit der Liebe

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Johann Gottfried Herder: Seligkeit der Liebe (1773)

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Auf, Liebe! laß kein Mißbehagen
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Anfechten unsre Himmelsruh,
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Nicht Thorenfurcht noch Stolz uns plagen
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Und schließen Gottes Eden zu!
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Wie? weil uns Fürsten nicht beschweren
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Mit Adeltiteln unser Blut?
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So glänzen wir in bessren Ehren,
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Sind wahrlich edel – denn sind gut!

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Wo immer unser Nam' erschalle,
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Wird immer er erschallen süß;
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Bewundern selbst die Großen alle
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Dies kleine hohe Völklein, dies!
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Und wie? weil Glückes Narrengüte
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Uns keine Krösusschätze leiht?
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In Mäßigung ist Lebensblüthe;
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Die Tugend selbst ist Mäßigkeit!

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Uns wird jedwedes Wiederkehren
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Des Jahres Wünschen g'nug verleihn,
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Und Leben der Vernunft zu Ehren;
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Welch Leben kann sonst Leben sein!
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Durch Jugend, Alter in die Wette
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Uns liebend, wallen wir daher,
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Mit Ruh die Hütte, unser Bette
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Gekrönt mit Kindern lieblicher!

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Wie will ich meine Kleinen herzen,
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Mir angeschlungen um mein Knie!
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Ihr Lächeln – ja, der Mutter Scherzen!
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Ihr Stammeln – ja, die Mutter – sie!
29
Von Neideszeit einst fortgerissen,
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Noch werden wir nie freudlos sein;
31
Du siehst Dich jung in Töchterküssen,
32
Ich geh' in meinen Buben frein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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