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Reißest Du, blutklauige Mörderin,
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Mit glühendem Aug', im Furienhaar,
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Den Sohn der Schöne? Selige Schaar,
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Unfühlbarschön über Welt hin ziehn;
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Der ist und war! Erhört Ihr nicht,
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Ihr Götter! Ach! – Eu'r Morgenlicht,
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Aurora raubt den Edlen nicht,
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Kein Grazienfreund. Mit Adlersklaun
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Kommt die Unhold, rafft im Graun
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Ihn hinweg dort! – Wer? Was hör' ich? Klang
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Des Himmels! Süßen Jubel, – Wer ist's? – Apoll,
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Apollo! Schönster Jüngling, voll
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Von Thaten! o, schön im Gang
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Des Himmelsjugendköniges! Er schwang,
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Zum Himmel, und – wie allgenugsamselig! – Klang
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Der Hymn' umtönt den Sieger! O Klang,
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Höher, als ihn sein Freund dem Augenblicke
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Des dunklen, dürft'gen Marmors stahl
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Hienieden und schüchtern sang.
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O Seliger! Wohin hinauf
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Führst Du den Erdesohn? den Lauf
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Der großen Sonne! – Himmel thut sich auf!
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Ich seh' die Helden! – Aus Neid, aus Bosheit, Qual
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Nun ewiger Jugendfreude Gemahl,
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Gott Hercules! – Riesen hat er bezwungen,
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Weltverwüster, Ungötter überrungen,
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Mit sieben Kränzen hinaufgeschwungen,
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Harter Flamme geläutert – ruht da, überdenkt,
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Auf seinen Heldenstab gesenkt,
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Den Traum des Erdelebens! nun einmal
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Errettet! aus Neid, aus Bosheit, Qual
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Ewiger Jugendfreude Gemahl!
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Die Dulderin! Im schönsten Mutterschmerz
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Brach ihr Auge, brach ihr Herz!
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Trinkt Götterlabsal nun! Aus Neid, aus Thränenweh
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Errettet, athmet Niobe,
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Duft der Unsterblichkeit! Mit lichten Kränzen
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Umschlungen prangt Laokoon,
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Und alle sel'gen Götter glänzen
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Um's Vaters aller Götter Thron!
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Wo ist, wo ist die Furie?
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O Erdenbruder, sieh nun Deine Lieblinge,
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Die Götter! Staunest noch? Entrückt
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Da, der Jungfraujüngling! Schweben
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Um seine Jünglingsstirne Reben,
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Als Keime, die zur ersten Blüthe streben,
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Nicht Wollustträume noch und Duft und hundert Frühlingsleben
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Der Phantasie? – Der Edlen Lohner drückt
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Dem Fremdling Himmelstrank! Entrückt
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Im ersten Trank der Erde Nebelhülle
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Dem Sterblichen! – Entzückt,
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Entzückt, was sieht Dein Aug', o Himmelsfremdling? blickt,
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Erblickt (der Erde Schattenhülle
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Entnebelt) Himmel! Götterfülle!
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Huldreiz! Liebreiz! Schöne! Milde!
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Und was der süßen Braut im schönsten Morgenbilde
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Die Liebelehrerin, die Unschuldphantasie
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(mehr als Apelles lehrte sie!),
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Was ihr kein Himmels-Raphael im Bilde
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Des schönsten Farbenwahnes kann
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Erschaffen! – O Du, nun Götterliebling! wann,
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Wann Dich im hohen Schaun
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Mein Anruf stören kann,
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Und aus Elysium Dein Blick
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Auf Deine Erdenfreund' im Schattenthal zurück,
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Auf Oeser, Wille, Heyne, sinket,
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Und Schönheit ihrem Auge winket –
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Mein Geist, o Dämon, ruft Dich an,
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Aus dunkler, schwerer Körperhülle,
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Wo unter Nothdurft Schön' erliegt
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Und Staub des Geistes Götterkraft und Ruh
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Hienieden noch besiegt,
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Wenn er, aus solcher Schattenhülle,
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O lisple mir alsdann in heil'ger Stille
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Den Laut herab, den Dir in Fülle
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Der erste Blick gesagt!
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Noch tast' ich schwere Träume! Du
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Webst schon, ein Griechengott, in hoher Ruh
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Der zweiten Himmelsjugend! War's im Thale,
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Selbst Wälschlands, denn gelebt?
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Die lange Himmelsjugend!
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Und hast Du sie, im ew'gen Geistesmahle
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Die lange Jugend hinabgelebt!
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Durch mehr als Erdenschön', in mehr als Erdentugend
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O Sohn des Himmels! Sichtbarkeit,
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Auch selbst der Götter, wird einmal
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Dir Trug noch werden! Fließen
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Die Farben alle nicht in
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Die Strahlen alle nicht sich in
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Ein Urquell! Weit! allweit
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Quell der Vollkommenheit!
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Und wo? und was ist der?
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Doch sinke, schwache Hand! Vermag
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In Sonnengluth zu tauchen
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Sich Dein Gesang, der schwer
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Und ächzend ja gebrochnem Ton erlag?
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Noch mattem Strahl erlag!
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Ich seh' noch erst die Morgenröthe rauchen!
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Du ihren Schein! und wer den Strahlentag?