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Gestärkt vom Himmelstrost des Genius,
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Ging ich auf Erden ruhig, still einher;
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Mein Vaterland war in den Sternen. Einst
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Befiel mich mitten im Gedankenmeer
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Von Gottes Schicksal mit der Menschenwelt
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Ein himmlischer, ambrosisch-süßer Schlaf.
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Ich war im Paradiese. Vor mir stand
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Der Vater und die Mutter alles Heers
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Der Menschensöhne, hohe Traumgestalten!
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Der Vater, Gottes Sohn und Abbild; er
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Das Urbild aller Manneswürdigkeit;
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Sie Tochter Gottes, Paradieses Braut
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Und Jungfrau, Weib des ersten frohen Manns,
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Das Urbild aller Weibesschöne! Fast
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Anbetend sah ich sie und fühlte mich
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So klein, so tief hinabgesunken, fühlte
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So tief hinabgesunken mein Geschlecht
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Von jener Würd' und Schöne, von der Kraft
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Und Weisheit der beherrschenden Gestalt,
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Die Gottes Ebenbild hienieden war,
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Und ihrer Güt' und Unschuld. Wie der Bach
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Von seiner reinen Silberquelle fleußt
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Und trübt sich hie und da mit Schlamm und Koth
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Und schwillt von Gifte, färbet sich mit Blut
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Und Eiter, ist mit Leichnamen bedeckt
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Und stirbt zuletzt im Sande: so erschien
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Dein Fortfluß mir, Du armes Menschenvolk,
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Von schwächeren zu schwächeren Geschlechtern.
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»wo ist Dein gottentsprungner Himmelsquell?
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Und kannst Du, armer, trüber, blut'ger Bach,
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Zurück zur Quelle fließen? Kannst Du je
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Die erste, reine Himmelsquelle werden?
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Und bleiben?« Bittre Thränen flossen mir
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Da, wo ich stand, in meinen trüben Bach
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Des Menschenlebens. Jene Traumgestalten
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Des Gottes und der Göttin meines Stamms
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Verschwanden, und das Paradies verschwand.
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Ich sah, im letzten Blick, des Lebens Baum
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Verdorren, sah des Baums der Weisheit Frucht,
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Wie Sodom's Apfel, sich mit Galle schwärzen
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Und auf ihm Drachen zischen, Donner brüllen
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Und schwarze Wolken ruhn. Ich bebete
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Und sah den Vater Adam wieder, weinen
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Um seinen liebsten, ach, erschlagnen Sohn,
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Von Bruders Hand erschlagen, sahe weinen
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Die unglücksel'ge Mutter um den Sohn,
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Der ihres Herzens erstgeborner Trost
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Und Freude war und nun in Wüsten irrt,
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Von Gottes Rache tief verwundet. Ich
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Sah statt des Paradieses rings die Welt
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Bedeckt mit Dorn und Unkraut und gedüngt
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Mit saurem Menschenschweiß und Menschenblut.
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Ich sah Tyrannen, Riesen, Himmelsstürmer,
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Verführer Derer, die, wie Gottes Töchter,
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In Unschuld glänzten; sah der Menschen Weg
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Vor Gott verderbt und hörte seine Reu',
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Des Schöpfers Reue, daß er Menschen schuf;
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Und sah die schweren Wasser des Gerichts
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Einbrechen, sah, was lebet, mit dem Tode
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In schwarzen Fluthen ringen, hörete
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Ihr letztes Angstgewimmer, sah das Schiff
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Der Angst und der Errettung: ach, es rettet
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Nur Wenige! und wozu rettet's sie?
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Sie bauen neue Thürme, finden neue,
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Noch ärgre Laster und verwandeln Gott
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In Götzen. – – – – – – – – – – – – – – –