Erdenge zweier Welten, stilles Grab!

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Johann Gottfried Herder: Erdenge zweier Welten, stilles Grab! Titel entspricht 1. Vers(1773)

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Erdenge zweier Welten, stilles Grab!
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Wie schweiget's um Dich her! Diesseit ist Nacht
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Und Staub, ein Häufchen todter Asche nur;
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Und jenseit kommt kein Laut zu mir herüber,
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Kein sel'ger Geist, der diesen Staub besucht,
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Kein Traumgesicht. – Nacht ist es um mich. Hoch
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Daroben funkeln Sterne. Glänzet Ihr,
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Gestirne droben, dem entschwungnen Geist?
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Und bricht dem Todten, wie dem Schlummernden,
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Ein neuer Morgen an? Was zweifelst Du,
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In mir, Unsterblicher, der hier am Rath
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Und Werke der Natur schon Antheil nahm?
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Er sann, was sie ersonnen, und er traf's,
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Aussprechend ihre Regel, ihr Gesetz,
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Und bot unausgeschlagen ihr die Hand
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Zum edelsten, zu ihrem ew'gen Werk,
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Dem Ordnen durch Verstand und Güte. Wenn
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Sie fortan Dein zu ihrem Dienst bedarf
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(und sie verschmäht, die reiche Sparerin,
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Die nichts verthut und mit dem Mindesten
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Das Größeste verrichtet, keine Kraft
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Und Uebung), wenn sie fortan Dein bedarf,
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So sage willig: »Ich bin da! Und web'
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In meinem kleinen Winkel emsig fort
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An jenem Schleier der Penelope-
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Minerva, der unübersehbar dort
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In Millionen Sternen prächtig glänzt.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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