Flora und die Blumen

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Johann Gottfried Herder: Flora und die Blumen (1773)

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»kinderchen des holden, süßen Frühlings,
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Hört, o hört der Mutter treue Warnung:
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Wenn ein lauer Winterwest Euch heuchelt,
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Trauet nicht dem heuchelnd-bösen Mörder!

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Wartet, bis der goldne Vater rufet,
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Bis die treue Mutter Euch erscheinet,
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Die Euch weckt aus Euren Winterbetten
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Und Euch Kleider bringt und schöne Häubchen.«

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Also sprach zu ihren Blumenkindern
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Flora scheidend und ging auf zum Himmel.
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Alle Blumen sagten ihr Gehorsam
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Und Geduld zu, bis sie wiederkäme.

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Als sie kam, der goldne Vater Frühling
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Rief die Kinder aus dem Winterschlafe,
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Und die Mutter brachte schöne Kleider,
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Lief umher und sucht' und zählet' alle.

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Ach, da fand sie manche schöne Knospe,
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Früh hervorgelockt vom bösen Mörder;
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Ausgetreten war sie aus der Zelle,
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Hatt' hervorgeblickt mit ihren Aeuglein

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Und war bald erstarret, von des bösen,
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Heuchelnden Verführers Hauch vergiftet;
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Denn der Winterwest war Frost geworden,
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Und erstarret stand das arme Blümchen.

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Traurig rief die Mutter ihrem Zephyr,
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Der es brach; und sie begrub es traurig.
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Seht, die ungeduldig-frühe Blume
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Prangt nun nimmermehr im Lenz der Flora.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Herder
(17441803)

* 25.08.1744 in Mohrungen, † 18.12.1803 in Weimar

männlich, geb. Herder

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Philosoph

(Aus: Wikidata.org)

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