Freund und Kriegsgefährt' in des Lebens mißlichem Feldzug

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Christian Graf zu Stolberg: Freund und Kriegsgefährt' in des Lebens mißlichem Feldzug Titel entspricht 1. Vers(1784)

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Freund und Kriegsgefährt' in des Lebens mißlichem Feldzug,
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Wo's noch mehr als des Schilds, mehr als des Schwertes bedarf,
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Treuer, bewährter Bundesgenoß' in der Freud' und im Leide,
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Den fünfhundert – und wie? – Monde mir pflanzten in's Herz.
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Bruder, du schreitest voraus, und du, mein Jüngerer, harrst nicht,
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Bis daß dem Siebziger auch schalle Posaunengesang?
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Strebtest denn jemal du nach Vortritt, edel in reiner
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Demuth, verkennend, nur du, was wir verehren in Dir?
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Gingst, verlassend die Jammernde, Sie, die in Träumen der Liebe
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Schon für ihr goldenes Fest flocht den erneuerten Kranz;
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Dich entreißend dem Reigen der Söhn' und der blühenden Töchter,
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Die, wie Hesperiens Hain, prangen in doppeltem Schmuck;
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Dich dem süßen Gewimmel der Enkelinnen und Enkel,
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Dich den Freunden, wie du, selber ein Freund, sie erwarbst.
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Oede trauret, das du mit beseelter Kunde gebildet
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Hast, dein Paradies, ernsterer
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Ja, dort weilte sie heimisch und gern' und in Lauben der
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Mischte die
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Herrlicher strahlet dein Eden dir nun; doch im Büthengesäusel
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Deiner Rosen, die dort blühn in verklärter Gestalt,
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Unter Beschattung der Lebensbäume, gedenkst du in frommer
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Sehnsucht der Deinen; auf Ihr ruhet dein segnender Blick,
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Die, in dem Zauber der Jugend dir Braut, und in reiferer Schönheits-
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Fülle, Vermählte, zugleich Freundinn und Muse dir war.
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Ach, nun schmilzt sie hinweg in Niobe's Thränen! Die Quelle
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Rinnt, doch von Oben herab spiegelt in ihr sich der Strahl.
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Meine Baucis weint mit der Weinenden, blicket mit ihr Ihm
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Nach, und des Wiedersehns Hoffnung erhebt ihr das Herz.
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Meine Baucis! Lina verzeih', wenn der Segen, der Euch nicht
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Ward – o du gönnst ihn uns ja – wenn ich erfleh' ihn für uns!
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Dann weiht Lina zwischen der Eich' und der Lind' uns ein Plätzchen
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Stiller Wehmuth, und gräbt Worte des Trosts in den Stein:
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»maal, gewidmet Philemon und Baucis, meines Geliebten
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Freunden und meinen, die nicht, Glückliche! trennte der Tod,
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Denen die sterbliche Hülle zugleich entsank und zugleich der
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Fittig, entfaltet, den Schwung auf zu der Heimath begann.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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