Wie Aetna's Wucht belastet die Riesenbrust

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Christian Graf zu Stolberg: Wie Aetna's Wucht belastet die Riesenbrust Titel entspricht 1. Vers(1784)

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Wie Aetna's Wucht belastet die Riesenbrust
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Des Typhon – zuckt er, dumpf das Gebirg' erkracht
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Mit Kluft und Hainen; stöhnt er, Wolken
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Wirbeln empor sich mit Asch' und Flammen –

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So lag des Grames Bild auf der Seele mir
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In jener schwarzen Stunde des Strafgerichts,
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Die ausgoß ihres Zornes Schaalen
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Ueber den Busen des Vaterlandes.

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Nun kränze deine Locken, Germania,
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Dein Haupt erhebe hoch und dein Aug' umher,
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Dein großes, blaues Auge! Welch ein
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Morgen verscheuchte die Nacht des Drangsals!

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Ihr Vortrab schwärmte längst in der Dämmrung Graun,
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Ein täuschendes Gewimmel von Geisterchen
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Des Irrsals, Schwindels, gleich umflatternd
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Tempel und Thron und des Schreiblers Lampe.

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Schlau ihren Apfel hatt' in die Völkerschaar
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Des Einen Urstamms Eris-Tisiphone
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Geworfen, und der Zwietracht Saaten
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Ernteten Jene, die nun verstäubt sind,

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Wie Sand des Heerwegs! Siehe, wie starren dort
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Gefild' und Ströme, wo sich die Hord' ergoß
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In Roßbachs Flucht, von Leichen, Waffen
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Fernhin geschleudert und Geier-Fahnen!

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Ja Geier sind es! Nenne nicht Adler sie,
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Du deutsche Zunge! Geier! und Hornisse,
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Nicht Bienen sind's, die nun den Prunkschild –
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Blühender Lilien einst – umschwirren.

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Gab Moskow's Schlitten Flügel dem Fliehenden?
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Ha Xerxes Nachen! – als Er im Huy dem Heer
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Den Rücken kehrte, Held und Klepper
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Reichend in Angst vor des Treibers Geißel!

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Die Rach' erkohr Ihn! Unter des Corsen Fuß
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Gestampfet, solltest büßen du, Gallia,
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Das Blut der Bessern, die zum Schmaus des
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Thronenden Pöbels dein Mordstahl würgte.

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Verduftet war die Würze des Mörderspiels,
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Da schwoll empor Er selber die lebende –
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Verzeih mir's, Muse! – Guillotine,
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Schleppend zur Schlachtbank auf Heerschaar Heerschaar;

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Bartloser Fäntchen Schwärme, wie Abendhauch
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Die Mückenwolke, jagend zum Acheron,
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Von Heerd und Pflug, gleich Südpols Wilden,
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Fällend den Baum um die Frucht zu naschen.

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Bist deutsch nun, Vater Rhein! doch erzürne nicht,
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Wenn ich den Wonnebecher bei'm Kaiserfest,
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Das unserm
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Krone noch einmal die Schläfen gürtet,

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Statt deines Goldes fülle mit Purpurwein,
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Den, säh' er meinen Jubel – o lächle nur –
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Mir durch Garonna's Nymph' als Feirtrunk
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Sendete Wellington, Englands Blücher!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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