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Tretet näher zu Gottes Altar, ihr Jünglinge, hebet
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Freudig das Aug' und empor freudig die Rechte des Schwurs!
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Scheuet nicht den ernsteren Eid, der dem Feigen nur furchtbar
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Ist, denn der nur verläßt fliehend die Fahne des Heers.
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So nicht ihr! deß bin ich euch Bürg'! und wolltet, o ihr, die
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Einer Lüge noch je Keiner vermochte zu zeih'n,
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Wolltet ihr heute zeugen der Falschheit Zeugniß, es zeugen
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Wider euch selber, und hier, stehend am Fuß des Altars?
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Kommt, was säumet ihr? gebt mir die Rechte, gebt mir die Linke,
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Lasset uns eilen, mich faßt höherer Ahnung Gefühl!
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O, daß euch, wie einst dem Zeugen, der heiliges Zeugniß
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Zeugte, als ihn hinab rann von den Steinen das Blut,
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O, daß euch in der Stunde der Feier der Himmel sich aufthät',
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Ihr dann schautet hinein – sähet und weintet – und säht
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Sie mit ausgebreiteten Armen, schlagendem Busen,
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Ach und blässerer Wang' und mit der Thrän' in dem Blick,
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Himmlische Thränen zwar auf himmlischer Wange! doch weinend
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Sähet und flehend ihr Sie, so wie die Mütter nur flehn,
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Sähet die mütterlichste der Mütter, säht sie an Gottes
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Thron Erbarmung für euch flehen, Erbarmung für Euch!
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O wer liebte wie Sie! – ich wende mich, Kinder, verhülle
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Mich und weine mit euch – Kinder, wer liebte wie Sie! –
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Siehe, sie kniet an der Schwelle des Thrones, die Krone geworfen
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Vor sich nieder, des Siegs Palme zu Boden gesenkt.
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Bittende Hände streckt sie empor, zu Schimmer erblasset
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Ihres Gewandes Glanz, ach, und die Harfe verstummt!
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Lauter und lauter erschallet das Flehen der Mutter, es beben
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Ihre Lippen, es stürzt heller die Thrän' in den Schooß,
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Gnade, Gnade! fleht sie für euch – erbarmet der Mutter –
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Bleibet redlich und fromm! – Kinder, erbarmet euch ihr!
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So wie der Jüngstgeborne der sieben Söhne der Mutter
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Sich erbarmet' und starb, o so erbarmet euch ihr,
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Kinder, und lebet, und wallet auch ihr den Pfad, den sie selber
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Wallete, ach, ihr saht, wie sie ihn strahlend beschloß! –
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Saht, wie der Tod nicht Tod ihr war! – O daß ich's vermöchte
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Auszureden! und, o, daß ich ihn stürbe den Tod
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Dieser Gerechten! – und ihr! daß einst am Tage der Tage
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Auch mit schlagender Brust, auch an der Schwelle des Throns,
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Auch mit bebenden Lippen und ausgebreiteten Armen,
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Kniee, flehend nicht mehr! dankend mit innigstem Dank,
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Eure Mutter! Siehe, wie Sonnen leuchtet die Krone,
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Und das Gewand, als gewebt hell von des Sirius Strahl,
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Siehe, die Palme wehet empor und die Harfe verstummet
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Nun nicht mehr, sie tönt Jubel und preisenden Dank.
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Lauter und lauter erschallet die Freude der Mutter, ihr rinnen
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Thränen der Lieb' und der Wonn' über die Wang' in den Schooß.
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Theure Sprossen, erbarmet euch ihr! daß die frohste der Mütter
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Schnell sich erheb' und euch, selige Schaar, zu dem Thron
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Führ', und sich niederwerfend mit euch, in der Stimme des Jubels
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Laut ausrufe – erbarmt, Kinder, erbarmet euch ihr! –
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»herr, hier sind wir, Mann und Weib und alle die Kinder,
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Dir Anbetung und Dank! die du gegeben uns hast.«
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Ach, daß dann sich erhüb' auch meine dankende Stimme!
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Denn ich lieb' euch, und mehr, Kinder, vermöcht' ich es nicht,
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Hätt' ich auch selbst euch gezeugt und hätte meiner Luise
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Schooß euch geboren, genährt Sie euch aus säugender Brust.
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Aber ach, mich schaudert und Todesschrecken umhüllen
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Mich, die Leyer entsinkt meiner erbebenden Hand!
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Ach, wenn einst an dem Tage der Tage, wenn Sie mit der Sehnsucht
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Ungestüm – ach erbarmt, Kinder, euch ihr! – wenn sie dann
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Ueberschaute mit Mutterblicken das Häuflein der Lieben,
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Ach, und ihr forschender Blick suchte dann Einen umsonst!
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O, dann wäre der Himmel für Sie nicht Himmel! wie Rahel
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Auf den Gebirgen einst jammernde Klagen erhub,
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Weinend irrte die Mutter umher und verschmähte die Tröstung,
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Denn mit den Kindern war's und mit den Säuglingen aus.
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Ach, so würde sie jammernd, daß alle Gebirge des Himmels
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Wiederhallten, das Kind fordern, das sie nicht fand!
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Wie der Hirte die Neunundneunzig, so würde die Zwölfe
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Sie verlassen, und ach! suchen das Eine umsonst.
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Das sei fern', o Gott der Götter! erbarme der Mutter
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Du dich, o und Sein, deß den sie liebte, der dir
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Reine Hände der Unschuld erhub als Jüngling und dir jetzt –
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Furchtbar traf ihn dein Schwert! – feuriger dienet als Mann.
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Edle, ihr seyd entsprossen aus Heldenblute! Die Väter
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Waren bieder und fromm, züchtig die Mütter und fromm,
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Waren Säulen in Gottes Tempel, Väter und Mütter,
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O, die blicken auf euch nun von den Wolken herab!
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Kommt, ihr Jünglinge, tretet zu Gottes Altar und erhebet
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Freudig das Aug' und erhebt freudig die Rechte des Schwurs!