Adramelech

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Friedrich Hölderlin: Adramelech (1785)

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Adramelechs Grimm erwachte, des Höllenbewohners:
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Hölle, sinke tiefer hinab, Adramelech wütet,
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Staune, Satan du, verzweifle, König der Hölle,
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Nur Adramelech bleibt groß – entdeck ich die großen Entwürfe
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Dann und meine Gedanken, die den Olympus beherrschen,
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Seinen Rat vereiteln, wie werden die Schwächere gaffen,
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Satan wird vom Thron mit neidischem Stolze herabschaun,
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Du Jehova sollst bald in deinem richtenden Grimme –
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Dieses dein Israël soll dein Rachedonner zerschmettern,
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Oder Mein Geist ist hin – verloren des mächtigsten Kräfte.
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So sprach er – und kehrte mit Wut zur Hölle zurücke.
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Sein verschlagener Stolz versammelte alle Gestalten,
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Alle Schrecken des Tods um sich her, um seines Regenten
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Schreckenvolle Pracht an sich den Geistern zu zeigen.
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Und so fuhr er ein, die zitternde Geister der Pforte
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Öffneten ihre knarrende Tore weit auf, mit Erstaunen
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Sahn sie seine schreckbare Wut, mit flammendem Zorne,
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Wie nur selten Satan ergrimmt, deckt' er die höllische Ränke...

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hölderlin
(17701843)

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar, † 07.06.1843 in Tübingen

männlich, geb. Q114498136

deutscher Lyriker (1770-1843)

(Aus: Wikidata.org)

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