Lisels Brautlied

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Lisels Brautlied (1782)

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Mädels, sagt es laut:
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Lisel ist 'ne Braut.
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Michel thut mich heuren,
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Haus und Hof und Scheuren
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Sind für mich gebaut;
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Ich bin eine Braut.

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Michel, der ist mein!
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O wie wird mir sein,
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Wenn am Dienstag frühe
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In die Kirch' ich ziehe?
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Und wenn Alles schaut
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Auf die Jungfer Braut.

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Wenn die G'meinde singt,
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Und die Orgel klingt;
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Wenn mein Ja ich sage
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Zu des Pfarrers Frage,
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Und mir schaurt die Haut:
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Ich bin eine Braut.

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Mit dem Hochzeitkranz
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Eil' ich dann zum Tanz.
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Hackbrett, Geigen, Pfeifen
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Muntern auf zum Schleifen,
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Bis der Morgen graut –
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Hoh! ich bin 'ne Braut.

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Roth wird mein Gesicht,
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Wenn er mit mir spricht.
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Wenn er mir am Mieder
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Krappelt hin und wieder,
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Schlägt mein Herz so laut:
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Ich bin halt 'ne Braut.

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Wenn's doch Dienstag wär'!
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's Herzle wird so schwer.
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Schwestern! ist's ein Wunder,
34
Wenn die Backen 'runter
35
Mir ein Zährlein thaut? –
36
Bin ich doch 'ne Braut!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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