An Amalia

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Christian Friedrich Daniel Schubart: An Amalia (1785)

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Amalia reizend wie Cypria war,
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Als sie eine Welle des Meeres gebar.
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Sie schlüpfte aus silbernem Schaume empor,
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Begrüßt von der Götter olympischem Chor.

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Nun stand am Gestade das himmlische Kind,
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Es spielte in goldenen Locken der Wind;
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Und ihren weißschimmernden Hüften entschwebt
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Der Gürtel, aus zauberischem Liebreiz gewebt.

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Amalia, schau in der Göttin dein Bild!
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So himmlisch geschaffen, so lächelnd, so mild;
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So still in der Größe, so hoch in der Ruh',
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So reizend im Schleier der Schönheit bist du.

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Du bist zwar an Liebreiz der Cypria gleich,
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Doch nicht so empfindsam, für Liebe so weich;
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So schmelzend, wenn Liebe Fühlenden spricht:
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Amalia – leider! so bist du noch nicht!

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Oft hab' ich's empfunden, oft hab' ich's gefühlt,
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Daß Qualen der Liebe das Herz mir zerwühlt.
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Ich schaurte, und wies dir mein blutendes Herz;
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Doch bliebst du, Amalia, härter als Erz.

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Wenn Liebe von zitternden Lippen mir scholl,
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Wenn blutend die flehende Zähre mir quoll;
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So flohst du der Liebe geheiligtes Band,
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Und botst mir als kältere

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Als Freundin? Amalia, Freundschaft ist gut
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Bei wachsenden Jahren, und kälterem Blut:
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Doch strahlend wie du in der Blüthengestalt –
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Ihr Himmel, wie ist da die Freundschaft so kalt!

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Nur Liebe, nur Liebe erweckst du in mir,
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Die heilige Flamme, wie lodert sie dir!
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O laß dich erweichen, Amalia, sprich:
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»mein Busen empfindet

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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