An Regina, als sie krank war

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Christian Friedrich Daniel Schubart: An Regina, als sie krank war (1783)

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Dein Saitenspiel schweigt;
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Nur beugt sich die Wehmuth drüber,
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Und ihrer Wehklage Hauch
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Weckt all die seufzenden Töne;
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Sie wimmern, wie Lispel im Todtenkranze.

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Du aber,
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Könnten Engel erkranken,
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Sie lägen und duldeten so.
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Was lächelst du,
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Fühlst du die Nähe des Himmels?
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Siehst du auf goldnem Gewölke
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Geister liegen, die dein harren?

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»ich sterbe gern«
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So sagst du dem weinenden Vater;
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»ich sterbe gern«
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So der gesunkenen Mutter.
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»was hat dies Leben für mich?«

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Und doch sind dir erst
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Siebzehn Frühlinge verblüht;
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Doch schmückt dich Schönheit und Unschuld,
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Und Gotteslieb' und Menschenhuld,
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Und des Herzgefühls Tiefe,
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Und des Seelenflugs Höhe,
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Mehr, als sie je
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Ein sterbliches Mädchen schmückte.

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Ich aber lieg' auf meinem Berge,
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Und meine Todtenklage hallt
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Hinab ins Thal – hinab ins freie Thal.

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Ha! was strahlt dort herunter
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Aus dem Gewölke der Nacht,
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Und erleuchtet deine Hütte,
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Ein Bote des Himmels ist's,
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Er bringt Erhörung:

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»
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Sei die Lust der Welt,
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Und spät einst
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Der Engel Gespielin!
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Denn so gebot es der Herr!«

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Du richtest dich auf,
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Faltest deine Händ', und blickst
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Weinendlächelnd gen Himmel!
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Der Harfe stärkster Ton
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Drückt meine Wonne nicht aus.

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Gestreckt lieg' ich auf meines Berges Rücken,
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Und weine des Entzückens süße Thräne,
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Des heißen geflügelten Dankes süße Thräne;
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Denn, ach! du lebst,

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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