Theon an Wilhelminen

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Theon an Wilhelminen (1782)

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Wilhelmine, o du Holde!
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Die beim ersten Blick entzückt,
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Denn mit seinem reinsten Golde
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Hat der Himmel dich geschmückt.
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Höre – nicht mit Liebesklagen
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Füll' ich dieses Lied dir an;
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Meine Augen mögen sagen,
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Was der Mund nicht stammeln kann.

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Deiner Schönheit Pfirsichblüthe,
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Deiner Laune Heiterkeit;
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Ach, dein Herz voll Himmelsgüte,
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Das die Unschuld nie entweiht;
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Deiner Augen stilles Feuer,
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Drin der Liebe Schmachten flimmt,
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Hat, o Traute! meine Leier
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Heut zu deinem Lob gestimmt.

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Alles tönt mir: Wilhelmine!
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Ueberall seh' ich dein Bild,
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Wie dir aus verklärter Miene
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Weiblichzarte Anmuth quillt.
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Wilhelmine! hallt's in Lüften,
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Wilhelmine! seufzt der Bach,
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In des Mondes Silberdüften
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Seufzt es meine Seele nach.

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Wilhelmine, kann dies Wallen,
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Kann dies Klopfen meiner Brust,
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Kann ein Jüngling dir gefallen,
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Der der Treue sich bewußt?
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Ach, so schaue mit den Blicken
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Deiner Engelhuld auf ihn,
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Wonnestrahlendes Entzücken
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Reißt dann seine Seele hin.

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O in deinen Armen leben,
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Wilhelmine, welch ein Glück!
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Unsichtbare Geister schweben
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Goldgeschwingt um meinen Blick!
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O mit dir! mit dir! – wie helle
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Wär's in meinem trüben Sinn:
39
Hüpfend, wie die Silberwelle,
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Tanzte mir dies Leben hin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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