Aus einem Brief Schubarts an Frau von Heppenstein in München

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Aus einem Brief Schubarts an Frau von Heppenstein in München (1785)

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Fanny, das köstlichste Gestein
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im Brautschmucke der Natur
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war ihrer Mutter Lust!
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Sie spielte um die Winke ihrer Mutter,
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wie das Lämmlein
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um den rosenbewundenen Hirtenstab.
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Ein köstliches Mädchen war Fanny!
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Beim Anblick der Größe hob sich ihr Geist,
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trank Aetherströme, sonnte sich
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im Urlichte ewiger Größe.
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Und nur die Thräne der leidenden Menschheit
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vermochte sie herunterzulocken
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in Erdstaub.

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Einst trat sie auf eines Thurmes Spitze,
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um näher zu sein
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Dem blauwogigen Himmel.
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Sie dachte Gottes Größe! –
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Und ach! die himmlische Fanny schwindelte.
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Herunter sank sie an des Thurmes
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felsigen Rippen. Es brach ihr Gebein
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und Hirn und Blut bespritzte den Sand.

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Und siehe! die Mutter
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sah die zerschmetterte Leiche Fannys
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und versank nicht! –
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Hoch blickte sie gen Himmel – schwieg lange –
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Dann stürzte sie die Worte hin:
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Dein Wille geschehe, Jehovah!
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Fanny's entfesselte Seele
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flog gen Himmel empor.
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Gnadelächelnd sprach der Ewige:
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Hier bin ich, Fanny! –
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Nun knieet sie in Sonnenstrahlen,
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Das himmlische Kind – und erwartet
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– die größere Mutter.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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